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Tanktourismus prägt Luxemburgs Energiebilanz

Tanktourismus prägt Luxemburgs Energiebilanz

Luxemburgs Energieverbrauch ist 2010 um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Der Grund: die anziehende Konjunktur. Ein neuer Rekord ist das nicht, berichtet das Luxemburger Tageblatt. Ein großer Teil am steigenden Luxemburger Energiehunger geht auf Tanktouristen zurück.

Luxemburg. 2010 konsumierte Luxemburg sechs Prozent mehr Energie als im Vorjahr. Zugenommen hat der Verbrauch von Erdölprodukten um fünf Prozent, von Strom um acht Prozent, von Erdgas um neun Prozent und von Energie aus erneuerbaren Energiequellen um 13 Prozent.
66 Prozent der 2010 in Luxemburg verbrauchten Energie stammte von Erdölprodukten. Dabei wird die Energiebilanz im benachbarten Luxemburg eindeutig durch den Tanktourismus geprägt.
Grenzgänger, Transitfahrer und Touristen tankten 59 Prozent der importierten Treibstoffe. Erdgas machte 16 Prozent, Strom 13 Prozent des Energieverbrauchs aus.
Dies berichtet das luxemburgische Tageblatt in seiner Onlineausgabe.
Der erhöhte Verbrauch sei auf die konjunkturelle Wiederbelebung zurückzuführen, sagte Statec-Mitarbeiter Olivier Thunus auf Nachfrage der Zeitung hin. Außergewöhnlich sei er jedoch nicht. Seit 2005 stagniere der Verbrauch. Die zwischenjährliche Zunahme 2009/2010 ist auf die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 zurückzuführen, als der Verbrauch drastisch schrumpfte.
Alternative Energien



Die 13-prozentige Zunahme an alternativen Energieformen wie Wind, Biogas, Sonnenenergie, Kogeneration ist vor allem auf die staatliche Förderungspolitik dieser Energieformen zurückzuführen. So spektakulär der Zuwachs auch sein mag, so gering sei noch der reale Eindruck umweltschonender Energie in der globalen Energiebilanz. Ihr Anteil liegt derzeit im Großherzogtum noch unter fünf Prozent. Bis 2020 muss das Land laut EU-Vorgaben elf Prozent seines Energiebedarfs aus regenerativen Energiequellen beziehen.
Den größten Energiehunger hatte 2010 der Dienstleistungssektor mit 40 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs. Auf die Industrie entfielen 32 Prozent, auf die Privathaushalte 27 Prozent und auf die Landwirtschaft 1 Prozent. red