Technik aus der Region für den Weltmarkt

Trier · Sie stellen Spezialprodukte für Industrieschaltanlagen vor, zeigen ihre neueste Entwicklung bei Niederspannungsanlagen für Energieversorger oder bieten arbeitssparende Hilfsgeräte für Elektro-Installateure an: Die Unternehmen der Region sind für die Hannover Messe vom 23. bis 27. April gerüstet.

Trier. Was in den Ideen- und Industrieschmieden der Region Trier produziert wird, ist innovativ und auf dem Weltmarkt gefragt. Die neuesten Entwicklungen gibt\'s bald auf der Hannover Messe (23. bis 27. April) für Kunden unter anderem aus Asien und Südamerika zu entdecken.
Kleinbetrieb mit Spezialprodukt


Schon heute liefert der kleine Industriebetrieb IDS Technology aus Bitburg (Eifelkreis Bitburg-Prüm) mit seinen acht Mitarbeitern über Kooperationspartner in die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate und bis nach Brasilien. "Wir hoffen, mit unserer erstmaligen Teilnahme in Hannover unsere Produkte schneller, besser und gezielter vertreiben zu können", sagt IDS-Geschäftsführer Johann Meyer. Vor sechs Jahren erst gegründet, hat das kleine Unternehmen ein elektrisches Spezialprodukt für Industrieschaltanlagen entwickelt, die für mehr Sicherheit in Maschinen, etwa der Papier- und Stahlindustrie, sorgen sollen. Muss etwa ein Kraftwerk gewartet werden, geschieht dies mit dem IDS-Produkt, ohne dass die ineinanderführenden Teile Spannung haben.
"Wir sind überzeugt, mit unserem Produkt eine höhere Sicherheitsstufe erreicht zu haben und damit selbst großen Anbietern wie Siemens oder ABB Konkurrenz machen zu können", sagt Meyer selbstbewusst. Auch wenn sich das ein wenig wie der ungleiche Kampf von David mit dem Riesen Goliath anhört, so sind die Bitburger optimistisch, bei ihrer Hannover-Premiere für Aufmerksamheit zu sorgen und in wachsenden Märkten wie Indonesien oder Brasilien Fuß zu fassen.
Ziel: Internationale Kontakte


Neuland mit der Hannover Messe betritt auch der Starkstrom-Spezialist Kautz aus Trier. Nachdem es zum Jahreswechsel 2012 einen Inhaberwechsel gegeben hat, will der neue Chef Axel Horstmann verstärkt international Kontakte knüpfen. "Mit unserer Messeteilnahme in Hannover wollen wir unseren Bekanntheitsgrad steigern, denn viele Endabnehmer akzeptieren das Produkt nicht, wenn sie das Fabrikat nicht kennen", erklärt Kautz-Projektmanager Ingo Lipp. Das 50 Mitarbeiter zählende Unternehmen besteht seit mehr als 25 Jahren und stellt auf der Hannover Messe Niederspannungsanlagen für die Industrie vor. "Diese Anlagen dienen dazu, dass etwa Energieversorger die Energie sicherer auf die einzelnen Verbraucher aufteilen können", sagt Lipp.
Dass die Messe-Teilnahme den Unternehmen durchaus Resonanz und auch Aufträge beschert, davon berichtet das Jünkerather Unternehmen Katimex Cielker (Vulkaneifelkreis). Es ist in diesem Jahr zum zweiten Mal in Hannover dabei. "Auch wenn man die Teilnahme nicht immer in Euro und Cent ummünzen kann, so geht es auch um das langfristige Ziel, beim internationalen Publikum bekannter zu werden", sagt Manuela Wirtz, zuständig fürs Katimex-Marketing. Katimex arbeitet bereits weltweit, etwa in Taiwan und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Kabel-Spezialist


Auf der Hannover Messe bietet das Unternehmen auch für den heimischen Markt eine Innovation an, die Elektro-Installateure und Hausbauer freuen wird: ein neues Handvorschubgerät, mit dem Energie- und Datenkabel aus Glasfaser schonender im Haus verlegt werden können. "Der Easy Grip spart etwa die Hälfte an Arbeitszeit", sagt Wirtz. Und auch für große Investoren habe das mehr als 35 Jahre bestehende Unternehmen mit seinen 25 Mitarbeitern etwas zu bieten. "Gerade wo es derzeit um den Ausbau von intelligenten Stromnetzen, den Smart Grids, geht, wo Tiefbau-Unternehmen Großprojekte in der Industrie abwickeln, da können wir als Spezialist für den Kabelleitungstiefbau mitreden."
Vorstoß nach Osten geplant


Wie man Kontakte etwa bis nach Japan knüpft, davon kann die Apra-Gruppe aus Mehren (Vulkaneifelkreis) mit ihren 300 Mitarbeitern berichten. Seit 27 Jahren ist sie auf der Hannover Messe präsent. Vor allem für die Kontaktgewinnung in Osteuropa wollen die Eifeler Spezialisten für Schrank- und Gehäusesystemen die Messe diesmal nutzen. "Inzwischen gibt es Spezialmessen in München oder Nürnberg, die für uns zur Auftragsgewinnung wichtiger sind. Insgesamt sind wir im Jahr auf zwölf Messen bis nach Moskau und in die Türkei aktiv", sagt Apra-Vertriebsleiter Thomas Ostermann. Dennoch spielt die Hannover Messe noch eine Rolle. Der Industrie präsentiert die Apra-Gruppe dort gegen Staub und Wasser geschützte Gehäuse für Solar- und Windkraftanlagen. Hinzu kommen Gehäuse für intelligente Strom- und Gaszähler. Ein Beispiel für den Einsatz von Apra-Gehäusen beschreibt der Vertriebschef: "Wenn etwa in Kernkraftwerken Sicherheitsdaten auf einer Schalttafel angezeigt werden, haben wir dafür das Gehäuse gebaut. Auch für die Telekom haben wir bereits Gehäuse gebaut." Und so hat sich das Unternehmen mit eigenen Niederlassungen in Polen und Frankreich seit 1969 zum weltweit größten Hersteller sogenannnter Schalttafel-Anzeigengehäuse gemausert.

Extra

Die Hannover Messe (HM) ist die größte Industriemesse der Welt und findet jedes Frühjahr statt. Die nächste Messe ist vom 23. bis 27. April. Es gibt acht sogenannte Leitmessen von den Bereichen Automatisierung über Energie bis hin zu nachhaltigen Industrien sowie Forschung und Entwicklung. Trotz verschiedener thematischer Abspaltungen ist die HM nach wie vor die größte Investitionsgütermesse der Welt. Die erste "Exportmesse 1947 Hannover" war vor 65 Jahren der Grundstein für die internationale Etablierung des Messeplatzes und die seitdem stattfindende Hannover Messe. sasExtra

Laut dem Ausstellerverzeichnis der Hannover Messe sind in diesem Jahr acht Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus der Region Trier auf der weltweit größten Investitionsgütermesse vertreten: Apra-Norm Elektromechanik aus Mehren (Vulkaneifelkreis), Elatec Power Distribution aus Konz (Kreis Trier-Saarburg), GKN Driveline aus Trier, IDS Technology aus Bitburg (Eifelkreis Bitburg-Prüm), Katimex Cielker aus Jünkerath (Vulkaneifelkreis), Kautz Starkstromanlagen aus Trier, Natus aus Trier sowie die Universität Trier. sas