Testament rettet Trierer Woolworth-Filiale

Testament rettet Trierer Woolworth-Filiale

Die Trierer Woolworth-Filiale an der Brotstraße hat die Insolvenz der Kette nach TV-Informationen offenbar nur überlebt, weil die ehemalige Immobilienbesitzerin in ihrem Testament bestimmt hat, dass die Ladenfläche so lange wie möglich an das Warenhaus vermietet bleiben muss.

Trier. (woc) Am Montag ging es durch die Medien: Der Insolvenzverwalter der 2009 in die Insolvenz gerutschten Warenhauskette Woolworth hat sich mit dem Groß-Immobilienvermieter Cerberus, dem die meisten Gebäude, in denen Woolworth eingemietet ist, gehören, auf eine Änderung der Mietverträge geeinigt. Der neue Besitzer von Woolworth - die H.H. Holding GmbH, an der die Lebensmittelkette Tengelmann und der Billig-Textiler Kick beteiligt sind - könne deswegen 158 Woolworth-Filialen retten und weiterbetreiben. Auch die Trierer Woolworth-Filiale dürfte damit dauerhaft gesichert sein.

Das Gebäude der Trierer Filiale gehört allerdings nicht zum Besitz des Woolworth-Hauptvermieters Cerberus. Vielmehr hat eine Privatbesitzerin nach ihrem Tod die Immobilie vor vielen Jahren dem Trierer Bistum vermacht.

Im letzten Moment Pachtvertrag verlängert



Testamentsvollstreckerin ist Stephanie Rosar-Schiffler. Wegen der unsicheren Lage der Woolworth-Kette wollte die Trierer Rechtsanwältin noch im Juni den Woolworth-Mietvertrag nicht verlängern. Die Schließung der Filiale, die seit den 1960ern in der Brotstraße ansässig ist, war beschlossene Sache, sämtliche Ware wurde in Kisten verpackt, 27 Arbeitsverträge sollten Ende Juni auslaufen (der TV berichtete). Doch im allerletzten Moment willigte Rosar-Schiffler doch noch in eine Verlängerung des Pachtvertrags ein - und Woolworth blieb geöffnet. Angeblich sei der angedachte Nachmieter kurzfristig abgesprungen und deswegen der Vertrag verlängert worden, hieß es unter den Woolworth-Mitarbeitern, die ihre Stellen behalten konnten. Rosar-Schiffler wollte die Kehrtwende damals nicht kommentieren.

Zwei Schuhketten wollten Fläche mieten



Nach TV-Informationen hatte allerdings nicht nur der Schuhladen Görtz, sondern auch die Kette Schuhmarke bis zuletzt Interesse an einer Anmietung der Ladenfläche. "Wir haben bis zu dem Tag, als es plötzlich hieß, der Vertrag mit Woolworth würde doch verlängert, mit Frau Rosar-Schiffler über die Bedingungen für eine Weitervermietung an uns verhandelt", sagt Immobilienberater Michael Raber, der für Schuhmarke die Pachtvertragsgespräche mit der Rechtsanwältin geführt hat.

Dass die Verhandlungen mit den Schuhketten abrupt zugunsten einer Weitervermietung an Woolworth abgebrochen wurden, liegt nach TV-Informationen an einer Testamentsklausel. Nach dieser wollte die ehemalige Immobilienbesitzerin wohl, dass die Ladenfläche im Erdgeschoss ihres Hauses so lange wie irgend möglich an die Warenhauskette Woolworth vermietet bleiben muss.

Testamentvollstreckerin Rosar-Schiffler und das Bistum, das die Immobilie geerbt hat, waren am Dienstag nicht für Stellungnahmen zu erreichen. Auch Martin Heinen, der die Trierer Woolworth-Filiale als Leiter am 5. Juli übernommen hat, wollte die vor seinem Amtsantritt liegenden Geschehnisse gestern nicht kommentieren. "Wir sind auf jeden Fall froh, dass der Standort Trier gesichert ist", erklärte er auf TV-Anfrage.