Teure Sanierungsfehler

TRIER. (ch) Falsche Sanierungen können teuer werden: Auf 40 Milliarden Euro jährlich schätzt die Handwerkskammer Trier die Schäden, die durch unsachgemäßes Ausbessern entstehen. Das Umweltzentrum Trier will mit verbesserter Diagnostik Abhilfe schaffen.

Für Verbraucher bietet das Umweltzentrum der Handwerkskammer Trier ein fachübergreifendes Beratungsnetzwerk. Das ist auch dringend nötig, denn durch unsachgemäße Renovierungen entstünden jährlich in Deutschland Bauschäden von über 40 Milliarden Euro. Um hier Abhilfe zu schaffen, bietet das Zentrum an bestimmten Tagen eine kostenlose Erstberatung an. "Wir wollen künftig dafür sorgen, dass eine umfangreiche Gebäudediagnostik jeder Renovierung vorgeschaltet wird", sagt Theo Bohr, Leiter des Umweltzentrums. Dabei wird das Gebäude beispielsweise mit einer Wärmebildkamera aufgenommen, um zu erkennen, wo die Wärmedämmung Lücken aufweist, oder Luftproben werden gesammelt und die Feuchtigkeit gemessen. "Der Verbraucher kann - egal was er hat - zu uns kommen, wir haben Berater für alle Bereiche, sei es Schimmelsanierung, Brandschutz oder gesundes Wohnen. "Wir schätzen das direkt durch unsere Beratungen ausgelöste Investitionsvolumen auf über 20 Millionen Euro", sagt Hans-Hermann Kocks, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Trier. Mit verschiedenen Aktionen hat das Umweltzentrum über die Möglichkeiten des Energiesparens informiert. Über tausend Beratungsgespräche wurden im vergangenen Jahr geführt, bei acht Energiespartagen erkundigten sich über 3000 Verbraucher, wie sich Energiekosten senken lassen. "Hier besteht großer Handlungsbedarf", sagt Kocks. Neu ist der Gebäudeenergiepass, der Auskunft über den Energieverbrauch eines Hauses gibt - eine wichtige Information über die Folgekosten für die Käufer. "Der Pass schafft deutlich mehr Transparenz bei den Energiekosten", sagt Kocks. Auch neu ist der Renovierungskostencheck, der den Verbrauchern eine Einschätzung über die zu erwartenden Kosten einer Renovierung gibt. Bei den Handwerkern ist das Interesse an einer Weiterbildung unverändert groß; obwohl das Geld immer knapper wird, steige die Nachfrage nach beruflicher Weiterbildung. Die Zahl der Beratungen hat sich von 2004 auf 2005 mehr als verdoppelt, Handwerker haben rund 37 000 Stunden Weiterbildung belegt. In Zukunft möchte das Umweltzentrum verstärkt Hilfe beim Umweltschutz in den Betrieben leisten, andererseits aber auch die Handwerker bei der Vermarktung ihrer umweltgerechten Dienstleistungen unterstützen.

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