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Tipp aus der Praxis: Beruf und Privatleben in eine Symbiose bringen

Tipp aus der Praxis: Beruf und Privatleben in eine Symbiose bringen

200 Unternehmer aus der Region haben sich im Autohaus Heister in Trier über das Thema Familienunternehmen informiert. Eingeladen hatte die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB).

Trier-Nord. Familienunternehmen bringen Stabilität in Zeiten der wirtschaftlichen Veränderung. Deswegen sei es so wichtig, diese zu erhalten und auch zu fördern, sagt Eveline Lemke, Wirtschaftsministerin des Landes Rheinland-Pfalz. In Vorträgen und Diskussionsrunden beleuchteten ISB-Referenten in Trier das Thema Familienunternehmen. Ein besonderer Fokus lag auf den Aspekten Finanzierung, Steuern und Fachkräfte.Langfristige Unternehmensprognosen seien schwer, erklärte Michael Heister, der ein Autohaus bereits in zweiter Generation führt. Mit Hilfe der ISB gelang ihm eine zufriedenstellende Finanzierung. "Wachstumschancen müssen genutzt werden", forderte Ulrich Link von der ISB. Oft schöben Familienunternehmen Investitionen zu lange vor sich her. Die ISB könne mit individuell zugeschnittenen Förderprogrammen helfen. Bedürfnisse von Mitarbeitern

Angesichts des demografischen Wandels steht Deutschland vor einem drohenden Fachkräftemangel. Neben dem finanziellen Aspekt sollten Unternehmen deswegen auch andere Anreize bieten können. "Eine gute Kommunikation mit dem Chef oder familienfreundliche Arbeitsbedingungen gehören dazu", sagte Frank Schmidt von der Industrie- und Handelskammer Trier. Man müsse individuell auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter eingehen. Theo Scholtes, Leiter der Bitburger Braugruppe, erzählte von seinen Erfahrungen: Die Führung müsse sich umstellen und auch nach dem Bedarf der Mitarbeiter fragen. "Die kleinen Dinge machen den Erfolg aus. Wir haben zum Beispiel eine Kinderbetreuung in den Ferien eingerichtet." Die sogenannte Work-Life-Balance sei das Stichwort. "Das entscheidende einer guten Karriere ist es, Beruf und Privatleben in eine Symbiose zu bringen." assExtra

Was bedeuten Familienunternehmen für das Land Rheinland-Pfalz? Eveline Lemke: 60 Prozent der Beschäftigten in Rheinland-Pfalz arbeiten in Familienunternehmen. Damit liegt unser Land über dem Bundesdurchschnitt. Diese Unternehmen bieten Arbeitsplätze für den Mittelstand. Wie sieht eine Prognose in die Zukunft für Familienunternehmen aus? Lemke: Der Altersdurchschnitt bei dieser Veranstaltung ist 50 Jahre. All diese Unternehmer werden in zehn Jahren in den Ruhestand gehen. Dies muss gut vorbereitet werden, damit die Unternehmen weitergeführt werden können. Frühzeitige Planung und Information sind die Stichworte. Wie unterstützt die Politik die Unternehmen beim Fachkräftemangel? Lemke: Veränderung kann immer nur branchenspezifisch stattfinden. Im Gaststättengewerbe haben wir zum Beispiel für eine bessere Vergütung, tarifliche Arbeitszeiten und ein positiveres Image gesorgt. ass