Top-Platzierung und Schrecksekunde

Top-Platzierung und Schrecksekunde

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge ist das Protron-Team der Trierer Hochschule vom Shell-Eco-Marathon aus Rotterdam zurückgekehrt. Mit dem Aeris II erreichten die Studenten einen hervorragenden zweiten Platz, der Protron war aber in einen schweren Unfall verwickelt.

Rotterdam/Trier. "Der Unfall hat uns alle ganz schön erschreckt", beschreibt Projektleiter Kai Apel die Reaktion des Teams, als sie den Unfall miterlebten. Beim international besetzten Shell-Eco-Marathon war die Studentin von der Hochschule Trier (Umweltcampus Birkenfeld) mit dem Protron IV auf der Strecke, als ein Mitbewerber mit dem Prototyp aus Trier kollidiert. Apel: "Der Protron überschlug sich und blieb ohne Oberschale auf der Strecke liegen." Die Fahrerin stieg zum Glück dank der Überrollbügel und der sehr steifen und festen Fahrgastzelle unverletzt aus, der Protron hingegen trug einige Schäden davon.
Im vergangenen Jahr hatte das Trierer Team mit dem Protron in dieser Klasse noch den zweiten Platz belegt. Doch obwohl das 40-köpfige Trierer Team alles daran setzte, den Protron wieder in die Siegerspur zu bekommen, scheiterte letztlich der Versuch. "Schade eigentlich, denn mit dem Wert, den wir im vergangenen Jahr her ausgefahren hatten, wären wir in diesem Jahr sogar Sieger geworden", sagt Kai Apel. 2012 belegte der Protron Platz zwei.
Mit einem zweiten Platz kehrten die Trierer auch in diesem Jahr zurück. Der Aeris II erreichte in der Klasse der sogenannten UrbanConcepts mit Batteriebetrieb den zweiten Platz. Das straußentaugliche und zugelassen Fahrzeug legte mit der Energie von einer Kilowattstunde die Strecke von 339 Kilometern zurück. "Würde man diese Energie auf Treibstoff umrechnen, käme der Aeris mit einem Liter Benzin knappe 3000 Kilometer weit", erklärt Kai Apel. Der Teamleiter ist vom diesjährigen Wettbewerb noch ganz begeistert. "Der Zusammenhalt in der Gruppe war sehr gut. Es ist etwas Besonderes, wenn 40 Leute gleichzeitig an einem Projekt und an einem Ziel arbeiten", erzählt er. So müssen die Teams etwa die Betriebs- und Fahrstrategie festlegen. "Ideal wäre es natürlich, wenn man die 16 Kilometer (siehe Extra) in 38,59 Minuten zurücklegt", erklärt Apel. Denn je langsamer das Fahrzeug fährt, desto geringer ist der Energieverbrauch. "Vor allem in den Kurven geht es darum, möglichst langsam - also energiesparend - zu fahren", sagt Apel. Im nächsten Jahr wird Apel nur noch als Zuschauer beim Wettbewerb sein. Er beendet sein Studium und hofft auf eine Stelle in der Industrie. "Doch wer einmal beim Protron-Team dabei war, hängt immer dran."Extra

Das Trierer Protron Team ist beim Shell-Eco-Marathon Europe Stammgast. Bei der 29. Auflage des Wettbewerbs sind die Trierer bereits zum siebten Mal angetreten. In dem Rennen geht es darum, einen Rundkurs mit möglichst wenig Energie zu absolvieren. Der Rundkurs in den Niederlanden ist 1,6 Kilometer lang und muss innerhalb von 39 Minuten zehn Mal bewältigt werden. Sieger wurde das Team La Jolivere, das mit einem Liter Diesel 2980 Kilometer zurücklegte. In der Kategorie der UrbanConcepts mit Batterieantrieb kam der Aeris aus Trier mit einer Kilowattstunde 339 Kilometer weit. Während des dreitägigen Wettbewerbes fieberten rund 50 000 Besucher mit den 183 Teams aus ganz Europa und Nordafrika. Wer Interesse an den Fahrzeugen der Trierer Studenten gefunden hat, kann sie bei einer Ausstellung im Holzland Leyen decker in Trier vom 15. Juni an begutachten. hw