Trendwende im Handwerk

TRIER. Die Handwerkskammer (HWK) Trier sieht im Handwerk eine Trendwende erreicht. Bei der Vorstellung des Jahresberichts 2006 sind in vielen Bereichen die Vorzeichen positiv.

Der Präsident der HWK Trier, Rudi Müller, blickt mit Daten aus dem vergangenen Jahr optimistisch in die Zukunft. "2006 brachte dem Handwerk eine Trendwende", sagt der Schreinermeister. Für das regionale Handwerk lässt sich die spürbare konjunkturelle Erholung auch an Zahlen festmachen. Die Handwerker im Bezirk legten beim Umsatz um 3,4 Prozent auf rund 3,3 Milliarden Euro zu. Die Zahl der Betriebe erhöhte sich um 2,2 Prozent auf 6550. Die Zahl der Lehrlinge wuchs um 1,1 Prozent auf 4399 und bei den Neuanmeldungen mit 1585 Lehrlingen um 3,7 Prozent. Weitere positive Zahlen kann der Hauptgeschäftsführer der HWK, Hans Hermann Kocks, vorlegen. Während bundesweit die Anmeldungen zu Meisterkursen um 15 Prozent zurückgingen, stieg die Zahl der Anmeldungen 2005 um 15 Prozent und im vergangenen Jahr erneut um 20 Prozent auf 298 an. Kocks führt dies auf das gute Marketing-Konzept "Morgen Meister" und die Modularisierung der Kurse zurück. "Damit ist es gelungen, die Bedeutung des Meisterbriefs als Qualitätssiegel herauszustellen."Betriebe werden kleiner

Doch bei allem Optimismus sehen die HWK-Verantwortlichen noch große Aufgaben vor sich. So ist etwa die Mitarbeiterzahl im Handwerk um 1,2 Prozent von 42 500 auf 42 000 gesunken. Gründe dafür seien Gründungen, die es nach der Novellierung der Handwerksordnung auch Selbstständigen ohne besondere Qualifizierung erlaube, einen Handwerksbetrieb zu betreiben. Diese Betriebe seien oftmals "Ein-Mann-Unternehmen und von kurzer Lebensdauer". Die durchschnittliche Betriebsgröße sei so von 7,8 auf 6,4 Beschäftigte gefallen, der Umsatz je Betrieb von 586 000 auf 504 000 Euro. Ein weiteres Problem für das Handwerk in der Region ist der Facharbeitermangel. Josef Adams, stellvertretender Hauptgeschäftsführer: "Aktuell können rund 1600 Stellen im Handwerk der Region Trier nicht besetzt werden. Tendenz steigend." Die Kammer reagiere darauf mit Beratungen und Qualifizierungs-Angeboten. Im Mittelpunkt der Wirtschaftsförderung standen 900 Einzelberatungen von Unternehmen. Ein weiterer Schwerpunkt war die Weiterbildung: In 165 Seminaren wurden 2000 Teilnehmer in den Bereichen Unternehmensführung, EDV sowie Technik und Praxis geschult. Um den positiven Weg fortzusetzen, hofft die Kammer auf die Unterstützung der Politik. HWK-Präsident Müller fordert, "den Steuerbonus für Handwerksleistungen von 600 auf 1000 Euro zu erhöhen und die wichtigsten Reformvorhaben umzusetzen", damit der Aufschwung nicht von "Mehrwertsteuer-Erhöhung, Schwarzarbeit und Bürokratismus" gebremst werde.