Trierer Preise gegen den Trend

Trierer Preise gegen den Trend

TRIER. Bauland wird in Rheinland-Pfalz immer teurer. Während dies ein landesweiter Trend ist, unterscheidet sich jedoch die Entwicklung der Immobilienpreise. Sie sind in der Stadt Trier gegen den Trend teilweise massiv gestiegen. Und auch in den Kreisen der Region konnten die Preise meist gehalten werden.

Trier ist ein teures Pflaster, will man dort bauen oder eine Immobilie kaufen. Zwischen 160 und 300 Euro pro Quadratmeter Bauland mussten Hausbauer im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2004 zahlen - ein Plus von zwölf Prozent. Damit liegt die Stadt im Landestrend bei den Baulandpreisen, die laut dem Statistischen Landesamt in Bad Ems im vergangenen Jahr um 6,1 Prozent zugelegt haben. Lediglich die Kreise Bitburg-Prüm mit 35 Euro und Daun mit 25 Euro je Quadratmeter gehören noch zu den Bauland-Schnäppchen im Land. Auch bei den Immobilienpreisen hat die Stadt Trier kräftig zugelegt, wie die jüngsten Daten der LBS (Landesbausparkassen) Immobilien als nach eigenen Angaben größtem Immobilienmakler in Rheinland-Pfalz ergeben. Demnach sind frei stehende Einfamilienhäuser in Trier für 200 000 Euro bis 350 000 Euro (plus vier Prozent) zu haben. Zu Preisexplosionen ist es gar bei Reihenhäusern gekommen: plus 28 Prozent bei gebrauchten, plus 21 Prozent bei neuen Objekten. So müssen Hauskäufer bei gebrauchten Reihenhäusern zwischen 120 000 und 225 000 Euro und bei neuen 180 000 und 275 000 Euro hinblättern. Auch bei gebrauchten Eigentumswohnungen (1400 Euro pro Quadratmeter) gab es mit plus 24 Prozent horrende Preissteigerungen, neue Wohnungen legten bei 2100 Euro pro Quadratmeter leicht um zwei Prozent zu. "Damit verläuft die gesamte Entwicklung in Trier gegen den Trend in den übrigen größeren Städten in Rheinland-Pfalz", hält Jörg Ahrenstedt, Geschäftsführer der LBS Immobilien, fest. Die Entwicklung der Immobilienpreise in Trier, aber auch in der gesamten Region, hängt laut der LBS von der Entwicklung der Baugenehmigungen ab, die weitere Angebote auf dem Markt schaffen oder aber - wenn sie weniger werden - das bestehende Angebot verknappen können. "Auch wenn die Rheinland-Pfälzer nach den Saarländern diejenigen Bundesbürger mit dem meisten Immobilienbesitz sind, so rangiert Deutschland im europäischen Vergleich mit jährlich 239 000 vermittelten Einheiten am Schluss", sagt Ahrenstedt. Denn der Bedarf steige trotz des Bevölkerungsrückgangs, weil mehr Menschen allein lebten und diese mehr Platz benötigten. "Wohnraum wird knapper und deshalb teurer." Besonders auffällig auch in der Region Trier: Vielfach übersteigt die Zahl der Fertigstellungen die der neuen Genehmigungen. Noch gibt es 2005 und im ersten Quartal 2006 einen kleinen Boom bei den Genehmigungen, denn der Wegfall der Eigenheimzulage hat viele Bauwillige motiviert, schon mal einen Antrag abzugeben. So liegen die Steigerungsraten in der Region zwischen 112 Prozent im Kreis Bernkastel-Wittlich und zwei Prozent in Trier. Insgesamt liegt die Region weit vorn, was die Baugenehmigungen angeht. Im Vorjahr wurden im Kreis Bitburg-Prüm fast 44 Anträge je 10 000 Einwohner erteilt, in Trier-Saarburg 42,4 - das macht landesweit Rang drei und vier. Und Trier belegt mit knapp 33 Genehmigungen Platz zwei unter den kreisfreien Städten. Dabei gibt es je nach Teilregion unterschiedliche Schwerpunkte: Während etwa die Stadt Trier bei den Einfamilienhäusern gewachsen ist, nimmt in den Kreisen Trier-Saarburg und Bitburg-Prüm das Angebot an Mehrfamilienhäusern zu.

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