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| 20:35 Uhr

Trierer Starkstrom elektrisiert den Weltmarkt

Trier. Für Rolf Kautz ist jeder Arbeitstag ein kleines Abenteuer. Der Geschäftsführer hat die Kautz Starkstrom-Anlagen GmbH 1985 gegründet und hat in seinen Bereichen gegen die Großen wie Siemens und ABB Erfolg. Heribert Waschbüsch

Trier. Die Anlagen des Mittelständlers aus Trier stehen inzwischen in der ganzen Welt: in Brasilien, Kasachstan, Russland, Venezuela und in ganz Europa. "Erst vor wenigen Tagen haben wir eine komplette Transformatoren-Station in die Schweizer Berge geliefert", erklärt Firmenchef Kautz stolz und zeigt die Bilder des luftigen Transports. Die Anlage wurde nämlich per Lasthubschrauber in den Bergen abgesetzt, zur Stromversorgung einer Tunnelanlage.
Vielfältige Einsatzmöglichkeiten


In seinem Metier fühlt sich der kleine Trierer Spezialist für Starkstromanlagen wohl. Insgesamt 50 Mitarbeiter beschäftigt Kautz, fünf Azubis bildet das Unternehmen aus. Um mit seinen Anlagen gegen die große und renommierte Konkurrenz bestehen zu können, muss der Trierer Mittelständler schnell und innovativ sein, sagt der Firmengründer. Kautz hat als gelernter Elektroingenieur zunächst bei anderen Unternehmen gearbeitet, bevor er sich vor gut 25 Jahren selbstständig gemacht hat. "Damals sind wir mit neun Mitarbeitern in den Anlagenbau eingestiegen", erzählt er, aber schon nach dem ersten Jahr hat sich die Mitarbeiterzahl verdoppelt. Die Starkstromanlagen von Kautz stehen in Industrieanlagen, in Krankenhäusern und Flughäfen, Stahl- und Kraftwerken oder versorgen Kläranlagen mit Strom.
Die 10 000 bis 20 000 Volt Mittelspannungsanlagen werden in Trier in vier Fabrikhallen gefertigt. Dabei muss jeder der etwa 1000 jährlich hergestellten Schaltschränke auf Herz und Nieren geprüft werden.
Erst im Mai 2011 hat der Anlagenbauer eine Innovation vorgestellt. Die in Trier entwickelte Anlage schalte im Störfall in nur einer Millisekunde ab. "Das konnte ich bei der offiziellen Prüfung der Anlage zunächst selbst kaum glauben. Aber der Wert wurde mehrfach bestätigt", sagt der 71-Jährige.
Damit böten die Anlagen einen sehr hohen Sicherheitsstandard. "Mit dieser Schutzentwicklung für Niederspannungsenergieanlagen sind wir Marktführer", ist der Firmenchef überzeugt. Ein weiterer Vorteil seiner Anlagen sei, dass sie auch bei einem Kurzschluss nicht komplett ausfallen, sondern Fabrik, Krankenhäuser oder Kläranlage auch weiter mit Strom versorgen könnten.
Einsatz in Erdbebengebieten


"Damit sind unsere Anlagen beispielsweise hervorragend geeignet, um etwa in Erdbebengebieten schnell für eine sichere Stromversorgung zu sorgen", erklärt Rolf Kautz. Zeltstädte, Kläranlagen oder Krankenhäuser müssten einfach an die Schaltanlagen aus Chromblech angestöpselt werden. Der Stromverteiler selbst halte sogar Erschütterungen eines Erdbebens stand.
Drei Mitarbeiter sitzen bei Kautz in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung und versuchen, der großen Konkurrenz immer eine Nasenlänge voraus zu sein. "Wir wollen die Nischen auf dem Weltmarkt nutzen", gibt Rolf Kautz das Ziel des Trierer Mittelständlers vor.
Partner in Brasilien



Schon im kommenden Jahr versucht man das mit einem Partner in Südamerika. "Von 2012 an wird voraussichtlich in Brasilien ein Partner in Lizenz das "Modul-K-System" fertigen und vertreiben. Die wesentlichen Teile dafür kommen aus unserer Fabrik in Trier", ist dem Firmenchef nicht bange um die Zukunft.