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Triwo hebt auch bei München ab

Triwo hebt auch bei München ab

Der Trierer Projektentwickler Triwo AG übernimmt gemeinsam mit der Beos AG aus Berlin den Sonderflughafen Oberpfaffenhofen (Landkreis Starnberg). Was für die Triwo besonders interessant ist, sind die rund 400 000 Quadratmeter freie Gewerbefläche im Einflussbereich von München, wie Triwo-Chef Peter Adrian dem TV sagte.

Trier/Oberpfaffenhofen. Zweibrücken, Mendig, Pferdsfeld (Hunsrück) und nun Oberpfaffenhofen. Die Triwo übernimmt mit dem Sonderflughafen im Dunstkreis von München bereits ihren vierten Flugplatz. Verkäufer ist die Airbus Group (64,5 Milliarden Umsatz 2015/136 600 Mitarbeiter), die das ehemalige Betriebsgelände von Dornier samt Flughafen, übernommen hatte. Über den Kaufpreis gab es keine Informationen.
"Großes Potenzial"


"Für uns ist das eine besondere Herausforderung, auf die wir uns freuen", sagt Triwo-Chef Peter Adrian dem TV. Vor allem die Nähe zu München und die rund 400 000 freien Quadratmeter Gewerbefläche - das sind etwa 57 Fußballfelder - machen die Übernahme für den Trierer Projektentwickler interessant.
"Die Lage des Sonderflughafens unterstreicht das Potenzial. Nur gut 20 Kilometer von München entfernt, mit direkter Anbindung an die A 96 sowie das öffentliche Nahverkehrsnetz mit S-Bahn und Bus machen den Standort attraktiv", sagt Peter Adrian.
Doch auch sonst hat der Flugplatz einiges zu bieten: Das Gesamtareal umfasst 249 Hektar und bietet aktuell mehr als 125 000 Quadratmeter vermietbare Gewerbefläche, die sich auf 42 Büro-, Produktions- und Lagergebäude verteilt. Etwa 85 Prozent davon sind an 20 Unternehmen überwiegend aus der Luft- und Raumfahrtindustrie mit rund 3500 Arbeitsplätzen vermietet.
Größte Mieter auf dem Areal sind neben dem Schweizer Technologiekonzern RUAG unter anderem 328 Support Services und Dornier Seawings. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) hat am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen einen Standort mit mehr als 1500 Angestellten und nutzt den Flughafen für Test-Flüge. Damit gehört der Sonderflughafen Oberpfaffenhofen zu den bedeutendsten Zentren der Luft- und Raumfahrtindustrie in Europa.
Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung sorgt im regionalen Umfeld der Verkauf vor allem beim Verein gegen Fluglärm für Aufregung. Doch der neue Besitzer beschwichtigt. Peter Adrian: "Wir haben kein Interesse, etwas am Status eines Sonderflugplatzes zu ändern", erklärte er dem Volksfreund. In Oberpfaffenhofen werden Werksflugverkehr der am Flughafen ansässigen Unternehmen sowie die Forschungsflüge des Flugbetriebs des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt abgewickelt. Die Flüge müssen einzeln angemeldet werden.Extra

Die Triwo AG ist bereits 1972 in Trier als inhabergeführte Familien-Aktiengesellschaft gegründet worden und hat sich zu einem bedeutenden Immobilienunternehmen im Südwesten entwickelt. Zu den Geschäftsfeldern gehören Projektentwicklung und Asset- und Facility-Management. Zu den Triwo-Objekten gehören etwa in der historische Tabakspeicher oder auch das Walzwerk, das ehemalige Philips-Werk in Aachen mit 360 000 Quadratmetern oder das ehemalige Siemens_Werk in Bruchsal. Die Triwo hat einen Immobilienbestand mit über einer Million Quadratmetern Mietfläche sowie einem eigenen Grundbesitz von rund zehn Millionen Quadratmetern Grundstücksfläche. 1300 gewerbliche Unternehmen mit etwa 12.000 Mitarbeitern sind bei der Triwo "eingezogen". Die Beos AG ist ein unabhängiger Investment Manager mit Hauptsitz in Berlin sowie weiteren Standorten in Hamburg, Frankfurt, Köln, München und Stuttgart. 1997 gegründet, bearbeitet das Unternehmen heute mit einem interdisziplinären Team von über 128 Mitarbeitern einen Bestand von 69 gewerblichen Immobilien, mit über 870 Mietern, einer Mietfläche von über 2,2 Millionen Quadratmetern und einem Gesamtinvestitionsvolumen von über 2,1 Milliarden Euro. hwExtra

Bereits 1936 gründete Claude Dornier den Flughafen Oberpfaffenhofen. Der Professor, Flugzeugkonstrukteur und einstige Mitarbeiter von Graf Zeppelin nutzte Oberpfaffenhofen als Werksflughafen. Auch heute hat der Flughafen in der Branche noch eine herausragenden Namen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) wickelt über den heutigen Sonderflughafen seinen Forschungsbetrieb ab. Außerdem befindet sich dort auch das Galileo Kontrollzentrum. Die DLR betreibt und überwacht den Betrieb des, sich noch im Aufbau befindliche europäische Satellitennavigationssystem Galileo vom Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen. In Oberpfaffenhofen wurde eine Vielzahl von innovativen Flugzeugen entwickelt und gefertigt, vom Senkrechtstarter bis hin zu Forschungs- und Verkehrsflugzeugen. Die am Flughafen anssässige Firma RUAG fertigt heute dort wieder Flugzeuge. hw