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Wirtschaft
Trump beunruhigt die heimische Wirtschaft

Trier. US-Präsident Trump will noch am heutigen Donnerstag ernst machen und die umstrittenen Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte verhängen. Schon in 15 bis 30 Tagen könnten sie in Kraft treten. Diese Ankündigung bereitet der Wirtschaft des Landes ernsthafte Sorgen.

Von Katharina de Mos

Rund sieben Prozent dessen, was rheinland-pfälzische Unternehmen in die USA exportieren, sind Metalle und Metallwaren. „Wir sehen die Handelsdebatte mit Sorge und hoffen sehr, dass sich kein Handelskrieg entwickelt“, sagt Susanne Kant, Expertin für Internationales bei der Industrie- und Handelskammer Trier.

Die USA sei der zweitwichtigste Absatzmarkt für rheinland-pfälzische Produkte, entsprechend wichtig sei die Verlässlichkeit der Handelsbeziehungen dorthin, betont die Kammer, die offene Märkte und einem funktionierendes Welthandelssystem fordert.

Mit Blick auf die Überlegungen der EU zu Gegenmaßnahmen fordern die rheinland-pfälzischen IHKs ein Vorgehen mit Augenmaß. „Die Entscheidung der Trump-Regierung kann nicht ohne Gegenreaktion bleiben. Gleichzeitig ist es aber von zentraler Bedeutung, mit Washington im Gespräch zu bleiben und einen Handelskrieg zu vermeiden. Bei einem Wettbewerb um die Marktabschottung kann es nur Verlierer geben“, sagt Andrea Wedig, USA-Expertin der IHK Koblenz.

Zahlreiche Unternehmen aus der Region stehen im intensiven Warenaustausch mit den USA, über alle Branchen hinweg, einige Unternehmen haben selbst Tochterfirmen in den USA.

Die USA sind für Rheinland-Pfalz wichtigster Exportmarkt außerhalb der EU. Insgesamt nehmen sie hinter Frankreich Rang zwei ein. Waren im Wert von 4,7 Milliarden Euro, das sind 8,5 Prozent aller Exporte aus Rheinland-Pfalz wurden 2017 in die USA geliefert.

Bei den Einfuhren nach Rheinland-Pfalz nehmen die USA Platz fünf ein, mit 6,4 Prozent aller Importe und Waren im Wert von 2,6 Milliarden Euro.