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Überleben mit weniger Angebot

Überleben mit weniger Angebot

TRIER. (sas) Existenzgründer können vorerst aufatmen: Die Gründungsinitiative "Fit-Exist-Trier" wird ein weiteres halbes Jahr durchs Bundesbildungsministerium gefördert. Danach übernimmt das Land Rheinland-Pfalz einen Teil der Projekte. Allerdings wird es dann weniger Angebote geben.

90 Gründungen und Geschäftskonzepte in drei Jahren: Das ist die Bilanz des Hochschulgründungs- Netzwerkes "Fit-Exist-Trier" für die Region. Was auf den ersten Blick vielleicht wenig erfolgreich aussieht, ist angesichts einer Gründungsdichte von lediglich 84 neuen Unternehmen auf 10 000 Einwohner in der Region Trier ein aufmunterndes Zeichen und das Ergebnis intensiver Beratung durch die Projektmitarbeiter. Insgesamt gab es 7000 Studienabgänger, die Interesse am eigenen Betrieb hatten, 300 von ihnen waren an konkreter Beratung interessiert. Immerhin hatte das Bundesbildungsministerium zwischen 2002 und Juni 2005 rund eine Million Euro für die Projektleiter des Instituts für Mittelstandsökonomie, die Fachhochschule und Universität in Trier bereitgestellt. Nun sollte das Aus kommen. "Ein halbes Jahr können wir unsere Beratung und Weiterbildung fortsetzen", sagt "Fit-Exist-Trier"-Projektleiterin Martina Josten. "Bestenfalls eine Verschnaufpause." Die Hochschulen selbst hätten keine Möglichkeit, eine Mindestversorgung an Beratung und Weiterbildung für Gründer zu finanzieren, ebenso wie es kaum private Sponsoren gebe, schildert Josten die Abhängigkeit von Bund und Land. Allerdings wird die Beratung und Förderung von Existenzgründern aus der Region Trier ab dem Jahr 2006 nicht komplett wegfallen. Für zwei weitere Jahre wird das Wirtschaftsministerium Rheinland-Pfalz ein Modellprojekt für "Existenzgründungs-Werkstätten" und Kleingruppen-Coaching finanzieren. "Wir können damit die Gründer nachhaltig betreuen und Vorbild für andere Hochschulen in Rheinland-Pfalz sein", sagt Josten. Dafür werden sich die potenziellen Jung-Unternehmer auf ein "Weniger" beim Service einstellen müssen - sei es, dass die Anlaufstellen an FH und Uni nicht mehr permanent besetzt sind und Hilfskräfte-Stunden wegfallen, der Gründungs-Check für Businesspläne aufgegeben wird oder dass es Hochschulveranstaltungen zu bestimmten Gründungsthemen nicht mehr gibt.