Übernahme perfekt

FRANKFURT/TRIER. (sas) Der Pilotabschluss für die Metall- und Elektroindustrie ist am Montag unverändert für die so genannte Mittelgruppe aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland übernommen worden.

"Der Abschluss wurde eins zu eins übernommen", sagte ein Sprecher der IG Metall nach kurzen Verhandlungen in Frankfurt. Zuvor hatten die Arbeitgeber bereits eine problemlose Übertragung für die 410 000 Beschäftigten der Branche in den drei Bundesländern signalisiert. Die Einigung sieht eine Erhöhung der Einkommen von drei Prozent ab dem 1. Juni sowie eine Einmalzahlung von 310 Euro für die Monate März, April und Mai vor. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 13 Monaten. Der Verband der Metall- und Elektroindustrie Rheinland-Rheinhessen (VEM) in Koblenz sprach am frühen Montagabend von einem "modernisierten Tarifpaket" in der Branche. "Wir haben mit diesem Tarifabschluss einen erheblichen Fortschritt bei der Flexibilisierung des Flächentarifvertrages erzielt. Denn die Einmalzahlung liegt ausschließlich in der Verantwortung der Betriebsparteien. Firmen, denen es nicht so gut geht, können ihre Belastung damit auf 2,3 Prozent absenken", sagte Verhandlungsführer Heinrich A. Fischer, der auch bei den Verhandlungen für Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf anwesend war. Roland Wölfl, erster Bevollmächtigter der IG Metall in der Region Trier mit rund 38 000 Beschäftigten in der Branche, hält diesbezüglich fest, dass gerade die Einmalzahlung nur in Abstimmung mit dem Betriebsrat durch eine gesonderte Vereinbarung verändert werden könne. "Das gilt nach unten, aber auch nach oben. Und in der Region wäre von der Lage der Betriebe her eher eine Erhöhung der Einmalzahlung nötig", sagte Wölfl auf TV-Anfrage. Nichtsdestotrotz sei man zufrieden mit dem Tarifabschluss: "Die Karten waren ausgereizt." Für den Arbeitgeberverband VEM ist der Abschluss dennoch teuer erkauft. Die Erhöhung der Entgelte sei "sehr hoch und geht deutlich über das hinaus, was wir beschäftigungspolitisch für unbedenklich halten", sagte Fischer.

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