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Überraschender Trend: Das Gastgewerbe stellt wieder Mitarbeiter an

Arbeitsmarkt : Trotz Pandemie: Arbeitslosigkeit sinkt

Die anhaltende Corona-Krise macht sich am regionalen Arbeitsmarkt noch nicht so recht bemerkbar. Die Arbeitslosenzahl im März ist weiter gesunken. 12 180 Menschen suchen eine Job, die Arbeitslosenquote liegt bei 4,2 Prozent.

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt in der Region Trier ist weiter stabil. Im März ist die Zahl der Arbeitssuchenden zum Vormonat leicht gesunken, doch die Dynamik früherer Jahre bleibt mit Corona im Hintergrund auf der Strecke. 

Beim Vergleich mit den Vorjahresdaten sei ein besonderer Umstand zu berücksichtigen, erklärt Heribert Wilhelmi der Leiter der Agentur für Arbeit Trier: „Die für März 2020 veröffentlichten Zahlen waren nur bedingt aussagekräftig, da sie noch vor Beginn des Lockdowns erhoben wurden und daher noch nicht die von der Covid-19 Pandemie beeinflusste Situation widerspiegelten.“

In Zahlen ausgedrückt: Im Vergleich zum März 2020 sind 1789 oder 17,2 Prozent mehr Personen arbeitslos gemeldet und die Arbeitslosenquote liegt um 0,6 Prozentpunkte höher. Der Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit setzt sich ebenfalls weiter fort. Gegenüber dem März des Vorjahres sind 1220 mehr Langzeitarbeitslose bei der Arbeitsagentur und den Jobcentern registriert.

Ein zweiter Bereich ist die Entwicklung bei den angebotenen, freien Stellen in der Region. Und hier scheint sich eine Besserung zu zeigen. Erstmals in diesem Jahr liegt der Zugang an neu gemeldeten Stellen leicht über dem Vorjahresniveau. Er ist besonders im Bau- und dem Gastgewerbe sichtbar. Diese Branche ist kaum durch die Pandemie beeinträchtigt, im Gegenteil, das Handwerk ist mit Auslastung und Anfragen sehr zufrieden. Doch der Chef der Arbeitsagentur deutet auf eine weitere Entwicklung hin, die aus seiner Sicht erfreulich ist. Heribert Wilhelmi:  „Die Nachfrage nach Personal in der Hotel- und Gaststätten-Branche lässt sich darauf zurückführen, dass Betriebe mit der Einführung von Corona-Schnelltests und der Perspektive auf Öffnung der Außengastronomie auf eine Widerbelebung ihres Geschäfts hoffen. Allerdings muss angesichts der sich aktuell dramatisch entwickelnden dritten Pandemiewelle abgewartet werden, ob sich ihre Erwartungen erfüllen können.“

Derzeit könnten fast 4400 Stellen besetzt werden, das sind zwar 320 weniger als im Vorjahr, doch 177 mehr als im Vormonat.

Der Arbeitsmarkt wird stark durch die Kurzarbeit gestützt. Die Zahlen sind jedoch erst mit einer Verzögerung belastbar, da die Unternehmen Zeit zur Meldung haben. Deshalb zeigt der Blick in den Rückspiegel: Die im gesamten Agenturbezirk Trier tatsächlich realisierte Kurzarbeit betraf im November 2020 1919 Betriebe und 11 603 Beschäftigte, 715 Betriebe und 4175 Beschäftigte mehr als im Oktober. Welche Wirtschaftsklassen am stärksten betroffen waren, ist für den Agenturbezirk bis September 2020 ausgewertet.

Demnach war die Kurzarbeit im Handel, gefolgt vom Gastgewerbe und Verarbeitendem Gewerbe am höchsten.