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Umsatzeinbruch bei Hochwald

Ein Hochwald-Mitarbeiter stellt am sogenannten Entrahmungsseparator den Rahmfettgehalt ein. Foto: Hochwald
Ein Hochwald-Mitarbeiter stellt am sogenannten Entrahmungsseparator den Rahmfettgehalt ein. Foto: Hochwald
Es war ein schwieriges Jahr für die Milchindustrie, das bekam auch die Hochwald-Molkerei in Thalfang (Kreis Bernkastel-Wittlich) 2009 zu spüren. Zwar wuchs die Milchmenge, der Umsatz und der Milchpreis brachen aber deutlich ein. Für 2010 ist verhaltener Optimismus angesagt. Von unserer Reporterin Julia Kalck

Thalfang. Die Entwicklung am Milchmarkt in Deutschland und Europa ist auch an der Hochwald-Gruppe nicht spurlos vorübergegangen. "2009 war für die gesamte deutsche Milchwirtschaft und für Hochwald ein schwieriges Jahr", teilte der kommissarische Aufsichtsratsvorsitzende Anton Streit nach der Vertreterversammlung der Hochwald Muttergenossenschaft Erbeskopf- Eifelperle mit. Der niedrige Preis für Milchprodukte schlägt sich in den Geschäftszahlen nieder. Zwar lag die verarbeitete Milchmenge bei rund 1,981 Milliarden Kilogramm und damit über dem Vorjahresniveau (1,923 Milliarden). Der Umsatz fiel allerdings deutlich - um 15,5 Prozent auf 1,058 Milliarden Euro. Dieser Rückgang liegt etwa auf dem Niveau der zweiten großen Molkerei in der Region, der Milch-Union Hocheifel in Pronsfeld (Eifelkreis Bitburg-Prüm). Auch dort ging der Umsatz um 15 Prozent zurück (der TV berichtete). Allerdings, so Hochwald-Chef Engel, sei der Rückgang geringer als im Branchenvergleich. Das liegt teilweise am starken Export-Anteil, der 34,5 Prozent am Gesamtumsatz ausmacht. Im vergangenen Jahr waren das 364,8 Millionen Euro (-13,8 Prozent).

Die negative Entwicklung am Markt geht auch am Milchauszahlungspreis nicht spurlos vorbei. Jedoch sei es, so Engel, gelungen, an die Milchlieferanten im Jahr 2009 einen Milchpreis von 24,4 Cent je Kilogramm auszuzahlen - inklusive beschlossener Nachzahlung. Auch das ist etwas mehr als im Bundesschnitt. Dennoch sind die Erzeugerpreise bei Hochwald deutlich niedriger als im Vorjahr (35,6 Cent) und für die Bauern damit weiterhin existenzbedrohend.

So fällt denn auch der Blick in die Zukunft nur verhalten optimistisch aus. Das Unternehmen hat Investitionen von 40 Millionen Euro beschlossen - mehr als 22 Millionen davon sollen in diesem Jahr bereits ausgegeben werden. Und zwar, um die Produktion etwa an den Standorten Thalfang, Hungen und Erftstadt zu optimieren und die Werke auszubauen. Letztere sind zwei von insgesamt neun Milchwerken der Hochwald-Gruppe, zu der auch ein Fleischwerk in Meppen gehört.

Zurzeit wird ein Strategiekonzept 2020 erarbeitet. Die Molkerei rechnet mit einer weiter steigenden Milchanliefererung, auch wenn die Genossenschaft etwas mehr Mitglieder verloren hat als im Durchschnitt vergangener Jahre. 265 Mitglieder haben 2009 die Produktion eingestellt.

Grund zum Optimismus liefern vor allem die ersten Zahlen des neuen Geschäftsjahres: Der Umsatz stieg im Zeitraum Januar bis Mai über Branchendurchschnitt und liegt mit rund 458 Millionen Euro bereits 3,4 Prozent über dem Vorjahr. "Es wird uns 2010 allerdings nicht gelingen, den Umsatzrückgang zu kompensieren, wir werden aber zulegen", sagte Engel. Außerdem wolle das Unternehmen einen möglichst hohen Milchpreis auszahlen und strebe auch für 2010 eine Nachzahlung an.