Umweltzentrums-Chef soll Bitter-Nachfolger werden

Umweltzentrums-Chef soll Bitter-Nachfolger werden

Im Herbst wird sich der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Trier, Manfred Bitter (64), in den Ruhestand verabschieden. Auf der Suche nach einem neuen hauptamtlichen Frontmann ist der Vorstand der Handwerkervertretung nun fündig geworden: Eigengewächs Axel Bettendorf soll das Ruder übernehmen.

Trier. Im Sommer entscheidet die Vollversammlung der Handwerkskammer Trier (HWK) über die Nachfolge von Manfred Bitter. Der Vorstand der Handwerkskammer, der die rund 7000 Handwerksbetriebe mit ihren knapp 40 000 Beschäftigten in der Region vertritt, hat sich auf einen Kandidaten geeinigt und ihn vorgeschlagen. Die endgültige Entscheidung liegt indes noch beim Handwerkerparlament, der Vollversammlung. Die muss dem Vorschlag am 12. Juli noch zustimmen. Dort haben 27 Vollversammlungsmitglieder das letzte Wort. Dabei gibt es bei der Handwerkskammer eine Besonderheit, denn das Gremium ist mit 18 Arbeitgeber- und neun Arbeitnehmervertretern besetzt. Dieses Verhältnis spiegelt sich auch im HWK-Vorstand wider (neun Mitglieder), der sich für Axel Bettendorf ausgesprochen hat. "Wir sehen in ihm den geeigneten Mann für diese Aufgabe", erklärt Handwerkspräsident Rudi Müller. Axel Bettendorf (46) hat 2008, nach dem Skandal im UWZ, dort die Geschäfte übernommen. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.
"Er führt seitdem das Umweltzentrum ganz hervorragend", findet der Präsident. Ein großer Vorteil sei zudem, dass er bereits an dem Mammutprojekt der HWK mitarbeite. Die Kammer baut in der Loebstraße in Trier ein neues Bildungszentrum - Gesamtkosten rund 44 Millionen Euro. "Auch hier kann er uns als Bauexperte und ehemaliger Unternehmer bestens helfen", sagt Rudi Müller: "Über seine fachliche Kompetenz sind wir uns alle einig." Ein zweiter Schwerpunkt, dem sich der neue Hauptgeschäftsführer stellen müsse, sei die Strategie 2025. "Dort geht es um Kostensenkung, Kundenorientierung und den Kontakt zu unseren Handwerkern", so Müller, der sich sicher ist, dass Axel Bettendorf auch hier die richtige Besetzung ist: "Er spricht die Sprache der Handwerker."
"Wir haben uns bei der Auswahl um einen Nachfolger viel Mühe gegeben", erklärt HWK-Präsident Rudi Müller. Genau 100 Bewerber haben sich auf den Posten des HWK-Hauptgeschäftführers beworben, 99 externe Kandidaten und ein interner Kandidat. "Aus unserer Sicht ist der interne Kandidat der richtige Mann für uns", sagt Rudi Müller.
Dass der Job des HWK-Hauptgeschäftsführers nicht immer ein Zuckerschlecken ist, hat Manfred Bitter erfahren. 2009 hatte der damalige Trierer Polizeipräsident die Geschäfte bei der kleinsten Handwerkskammer im Land übernommen. Die HWK, zu dieser Zeit durch den Subventionsskandal in ihrem Umweltzentrum schwer gebeutelt, musste wieder auf Kurs gebracht werden. Die juristische Aufarbeitung des Skandals läuft derzeit noch vor dem Koblenzer Landgericht. "Manfred Bitter hat hier erstklassige Arbeit geleistet", sagt Rudi Müller.hw