Unternehmen aus der Region Trier sind (noch) optimistisch

Konjunktur : Was die Wirtschaft braucht, um weiter in Form zu bleiben

Die jüngste Konjunktur-Umfrage der Industrie- und Handelskammer Trier (IHK) spiegelt die gute Verfassung der regionalen Wirtschaft. Dennoch sind einige Anstrengungen nötig, damit die Lage weiter positiv bleibt.

Die Angst vor einem Konjunkturabschwung macht auf den internationalen und nationalen Märkten die Runde. In der Region Trier ist davon noch wenig zu spüren. Die Industrie- und Handelskammer sieht dennoch einen Handlungsdruck bei der Politik, damit die gute Ausgangslage anhält, wie der IHK-Chefsvolkswirt Matthias Schmitt im Gespräch mit dem TV betont.

„Die regionale Wirtschaft schlägt sich überraschend gut. Trotz Rezessionsängsten auf nationaler Ebene sind die Betriebe in Eifel, Hunsrück und an der Mosel mit ihrer aktuellen wirtschaftlichen Situation ganz überwiegend zufrieden“, zieht IHK-Chefvolkswirt Matthias Schmitt Bilanz nach der jüngsten IHK-Umfrage. 160 regionale Unternehmen mit rund 20 000 Beschäftigten haben sich daran beteiligt. 52 Prozent der Befragten berichten von einer guten, 40 Prozent von einer befriedigenden und nur 8 Prozent von einer schlechten Geschäftslage. 43 Prozent der Unternehmen verzeichneten in den vergangenen zwölf Monaten Umsatzzuwächse, lediglich jeder fünfte Betrieb Rückgänge. Dennoch verschlechterte sich der Wert des IHK-Konjunktur-Indikators gegenüber dem Frühjahr um fünf Punkte auf aktuell 118 Zähler. Am besten ist das wirtschaftliche Klima im Dienstleistungssektor (126 Punkte), gefolgt vom Handel (119 Punkte). Der Wert für die stärker exportorientierte Industrie sackte allerdings von 126 auf 114 Punkte ab – zuletzt lag er im Herbst 2014 tiefer. Werte über 100 signalisieren allerdings immer noch ein grundsätzlich positives Konjunkturbild. „Angesichts des  angespannten weltwirtschaftlichen Umfelds haben uns die neuen Daten positiv überrascht. Bemerkenswert ist, dass die hiesigen Firmen in den kommenden zwölf Monaten mehr investieren und auch weiterhin Beschäftigung aufbauen wollen“ freut sich Matthias Schmitt. Es bestehen laut IHK-Umfrage aber auch ernsthafte Risiken für die Wirtschaft: 68 Prozent der Betriebe beklagen weiterhin den Fachkräftemangel, 48 Prozent fürchten schlechtere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und jeweils 38 Prozent machen sich wegen der Arbeitskosten und des Inlandsabsatzes Sorgen. Im Industriebereich, der derzeit am stärksten von den außenwirtschaftlichen Unwägbarkeiten betroffen ist, zeigt sich nach Auskunft der IHK ein uneinheitliches Bild. Einerseits berichtet das produzierende Gewerbe von einer immer noch überdurchschnittlichen Kapazitätsauslastung und steigenden Auftragseingängen. Andererseits geht die Branche aber nicht mehr, wie noch im Frühjahr, von anziehenden Exporten aus, sondern erwartet stagnierende Ausfuhrkennziffern.

Doch den Risiken könnte nach Ansicht der IHK die Politik mit besseren Rahmenbedingungen begegnen. „Wir brauchen einen stärkeren Fokus auf Investitionen seitens der Bundesregierung“, findet Schmitt. Der rasche Breitbandausbau sei eine wichtige Forderung. „Das hilft direkt den Unternehmen, doch auch für Mitarbeiter und Familien ist das wichtig. Die erwarten auch ein vernünftiges Internet und damit trägt das zur Fachkräftesicherung im ländlichen Raum bei.“ In diesem Umfeld nennt Matthias Schmitt auch die Verkehrsanbindung. Wie sehr die Wirtschaft von einer guten Autobahnanbindung profitiere, zeigten die Beispiele Wittlich und das Industriegebiet Föhren.

Wichtig sei zudem „die Hausaufgaben in Sachen Fachkräftesicherung“ anzugehen. „Die Duale Ausbildung muss besser in Wert gesetzt werden“, fordert der IHK-Chefsvolkswirt. In der Region brauche die Wirtschaft junge Menschen, die eine Duale Ausbildung angehen, Meister und Techniker. Deshalb sei es wichtig, die digitale Bildung an den Berufsschulen zu stärken. Und auch mit geringem Aufwand könnten die Rahmenbedingungen für Azubis gestärkt werden. „Studierende bekommen für wenig Aufschlag ein ÖPNV-Angebot, so könnte man auch die Azubis mobiler machen und sie damit unterstützen“, schlägt Matthias Schmitt vor.

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