Unternehmen buhlen weiterhin um Bewerber

Unternehmen buhlen weiterhin um Bewerber

Bei einer Online-Umfrage der Industrie- und Handelskammern ist festgestellt worden, dass 14 Prozent der Betriebe in der Region Trier in diesem Jahr mehr Ausbildungsplätze anbieten wollen. Damit liegt die Region über dem Durchschnitt. Die Gründe sind simpel: Fachkräfte sollen gesichert werden. Doch geeignete Bewerber fehlen.

Trier. 14 Prozent der Industrie- und Handelskammer-Betriebe (IHK) in der Region Trier, die an einer bundesweiten Online-Umfrage der Industrie- und Handelskammern teilgenommen haben, wollen in diesem Jahr mehr Ausbildungsplätze anbieten. Die deutliche Mehrheit (75 Prozent) hält die Zahl ihrer Azubis konstant.
Über dem Durchschnitt


Die Region Trier liegt damit über dem rheinland-pfälzischen Durchschnitt: Im Land haben 20 Prozent und damit fast doppelt so viele Unternehmen angegeben, dass sie weniger junge Menschen ausbilden wollen. Hauptgründe für das Engagement der Ausbildungsbetriebe in der Region Trier sind neben der Fachkräftesicherung das mit der Nachwuchsförderung verbundene positive Image, die Ausbildungstradition im jeweiligen Unternehmen und der wertvolle Beitrag für die Gesellschaft.
Frühe Orientierung wichtig



Konnten 2012 noch 77 Prozent der Unternehmen alle Ausbildungsstellen besetzen, waren es laut den Umfrageergebnissen 2013 nur noch 68 Prozent. Der Hauptgrund sind fehlende geeignete Bewerbungen. Jeder zweite Betrieb spricht von Ausbildungshemmnissen - und in dieser Gruppe wiederum 90 Prozent von einer mangelnden Ausbildungsreife der Schulabgänger. An zweiter Stelle stehen mit 53 Prozent die unklaren Berufsvorstellungen vieler Jugendlicher.
"Deshalb hat eine gute Berufsorientierung in den allgemeinbildenden Schulen auch eine so wichtige Bedeutung für die richtige Berufswahl junger Leute", kommentiert Marcus Kleefisch, Geschäftsführer Berufsbildung der IHK Trier, die Umfrageergebnisse. "Gerade in den Gymnasien müssten die derzeit hervorragenden Chancen und Perspektiven einer dualen Ausbildung noch deutlich intensiver als bisher vermittelt werden."
Besseres Ausbildungsmarketing


Drei von vier Betrieben sehen auf diesem Feld Handlungsbedarf. 68 Prozent stellen inzwischen mehr Praktikumsplätze zur Verfügung, 42 Prozent kooperieren verstärkt mit Schulen. Die Zahl der Unternehmen, die an einem besseren Ausbildungsmarketing arbeiten, ist innerhalb eines Jahres von 39 auf 59 Prozent gestiegen. Zudem nimmt die Kooperation mit Hochschulen zu, gerade mit Blick auf das Angebot dualer Studiengänge. red
An der Online-Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) haben 137 Unternehmen und damit etwa zehn Prozent der Ausbildungsbetriebe aus der Region Trier teilgenommen.
Extra

Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt ist angespannt wie nie. Unternehmen finden immer schwerer geeignete Bewerber und können Zehntausende Lehrstellen nicht besetzen. Nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) setzt daher inzwischen fast jeder zehnte Betrieb bei der Azubi-Suche auch auf materielle oder finanzielle Anreize - etwa Zuschüsse zum Nahverkehr oder zum Führerschein. "Goodies für Azubis" könnten darüber hinaus Prämienzahlungen, Wohnungszuschüsse, Büchergeld oder Geld fürs Fitness-Studio sein. Manche Betriebe böten sogar ein Smartphone oder einen Dienstwagen. dpaExtra

Die IHK Trier sowie die Handwerkskammer Trier bieten Unternehmen die Möglichkeit, mit Schulen Kooperationen einzugehen. Damit können Betriebe Schulen im Rahmen ihrer Berufsvorbereitungsaktivitäten unterstützen und von dem frühzeitigen Kontakt zu potenziellen Bewerbern profitieren. Für Schüler gibt es zudem verschiedene Infoveranstaltungen, die von den Kammern angeboten werden. Bei speziellen Fragen ist die Arbeitsagentur weiterer Ansprechpartner. Auch der TV organisiert mit den Kammern die Ausbildungsmesse "Dein Tag, deine Chance". Nächster Termin: 10. Oktober in der IHK Trier. mmp

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