"Versteckter Personalabbau"

"Versteckter Personalabbau"

Der Kampf gegen die Verlegung der Telekom-Arbeitsplätze in der Region Trier geht weiter. Ein Brief an die Bundeskanzlerin ist geplant. Weitere Aktionen sind in der Diskussion.

Die Telekom Deutschland will rund 140 Arbeitsplätze von Trier nach Frankfurt und Bonn verlagern. Die betroffenen Mitarbeiter müssten entweder pendeln oder ihre Existenz in Trier aufgeben. Die Fachabteilung in Trier will das Unternehmen ganz schließen. Doch dagegen regt sich Widerstand. Bisher haben sich über 30 Menschen aus Politik, Gewerkschaft und Gesellschaft bereit erklärt, sich in Form einer Patenschaft gemeinschaftlich für die Telekom-Mitarbeiter einzusetzen. "Die Menschen werden systematisch kaputtgemacht. Viele werden das Unternehmen verlassen müssen. Das kommt einer Kündigung nahe und ist somit ein versteckter Personalabbau", sagt Manfred Fritschen, Fachbereichsleiter Telekom vom Verdi-Bezirk Trier beim ersten Treffen der Paten in dieser Woche. Diese wollen gegen die geplante Verlegung der Telekom-Arbeitsplätze in Trier kämpfen. Beim Treffen berieten die Paten gemeinsam mit den sogenannten drei Hauptpaten Klaus Jensen, Oberbürgermeister von Trier, Christian Schmitz, Deutscher Gewerkschaftsbund, und Detlef Schieben, Verdi Bezirksgeschäftsführer, wie man künftig vorgehen will. Das Ziel sei ein Standortsicherungsvertrag für Trier.

Zunächst wollen sich die Paten in der nächsten Woche mit einem Brief an die Bundeskanzlerin wenden und darin die "dramatische und unverständliche Situation der Trierer Telekom-Mitarbeiter schildern", sagt Klaus Jensen. Es sei wichtig an den Hauptaktionär der Telekom - den Bund - heranzutreten. Die Akteure erhoffen sich, so Druck auf den Telekom-Aufsichtsrat auszuüben. Auch einen Brief direkt an den Telekom-Vorstandschef René Obermann halten die Beteiligten für sinnvoll. "Wir können das Problem nur politisch lösen, rechtlich nicht. Es ist keine wirtschaftliche Entscheidung, denn die Telekom macht Milliarden Euro Gewinne", meint Detlef Schieben. Bernd Schmitt, Mitarbeiter der Telekom in Trier, ist seit 30 Jahren im Unternehmen und hat bereits mehrere Standortwechsel mitgemacht. "Die Hilfe der Paten mindert meine Angst", sagt er zuversichtlich.