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Wirtschaft: Volksfreund will Druck nach Saarbrücken verlegen

Wirtschaft : Volksfreund will Druck nach Saarbrücken verlegen

Die Geschäftsführung erläutert die Hintergründe: Die Anlage in Trier ist zu gering ausgelastet. Gespräche über Sozialplan sollen möglichst schnell starten.

Der Trierische Volksfreund will den Druck seiner Tageszeitungsausgaben nach Saarbrücken verlagern und die Druckerei in Trier schließen. Eine entsprechende Empfehlung gab am Dienstag der Aufsichtsrat der Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei, zu der der Volksfreund und seine Gesellschaften gehören.

Die Belegschaft wurde am gestrigen Mittwoch darüber von der Geschäftsführung informiert. Verhandlungen über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan sollen schnell gestartet werden. Betroffen von einer Schließung in Trier wären 36 Mitarbeiter, davon zehn geringfügig Beschäftigte. Die Geschäftsführer Thomas Marx und Thomas Deicke würden eine Schließung sehr bedauern, halten sie aber aus wirtschaftlichen Aspekten für unausweichlich.

„Leider ist es nicht möglich, bei steigenden Digital-Auflagen, aber rückgängigen Print-Auflagen bei Tageszeitung und Anzeigenblättern, zwei Druckereien wirtschaftlich zu betreiben. Zumal diese nur knapp 100 Kilometer voneinander entfernt liegen“, sagt Thomas Marx. Es sei in der durch Corona geprägten wirtschaftlich schwierigen Zeit nicht möglich, neue nennenswerte Aufträge zu gewinnen, die eine größere tägliche Auslastung der Druckerei am Standort Trier gesichert hätte.

„Wir hatten dazu konkrete Verhandlungen geführt. Leider haben wir aber keine Zusage für einen relevanten Auftrag erhalten, der uns neben der Produktion des Trierischen Volksfreund die notwendige wirtschaftliche Auslastung der Druckerei in Trier gewährleistet hätte“, erläutert Marx. Nur am Standort Saarbrücken bestehe aufgrund der drucktechnischen Ausstattung die Möglichkeit, beide Tageszeitungen – den Trierischen Volksfreund und die Saarbrücker Zeitung – parallel zu drucken. Die in Trier im Einsatz befindliche Druckmaschine reiche für den Druck dieser Gesamt-Auflage nicht aus. „Bereits heute drucken wir einzelne Ausgaben in Saarbrücken, ohne dass dies Auswirkungen auf die Logistik hat“, so Thomas Deicke.

Nun seien viele schwere Gespräche zu führen. „Wir werden innerhalb unserer Unternehmensgruppe nach Möglichkeiten für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchen“, sagt Marx. Sozialverträgliche Lösungen würden bei einer Schließung gesucht, der Betriebsrat solle eng eingebunden werden.