Vollzeitstellen bleiben in der Region die Regel

Trier · Ein Job, eine Firma und das ein Leben lang? Solche Berufsbiografien gehen zurück. Vor allem Frauen seien die Verlierer, weil sie wegen Kindern oft in Teilzeit- oder Minijobs festhängen, sagen die Gewerkschaften.

(hw) Die Arbeitswelt in Deutschland wandelt sich: Zeitarbeit und befristetete Arbeitsverhältnisse sowie Jobs im Niedriglohnsektor sind auf dem Vormarsch, drängen den typischen "Vollzeitjob" zurück. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. In der Region entwickle sich die Beschäftigungslage jedoch anders, sagt der Pressesprecher der Agentur für Arbeit Trier, Thomas Mares. Hier sind 150.000 Menschen in einem sogenannten sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis.
Dazu müsse man auch die 28.000 Luxemburg-Pendler rechnen. Knapp 2300 Menschen sind Leiharbeiter (1,5 Prozent/bundesweit 2,9). Die meisten Menschen in der Region haben noch einen Vollzeitjob - nämlich rund 80 Prozent. Bundesweit ist diese Zahl mit 60 Prozent deutlich niedriger. 1996 waren es noch 66 Prozent.
Zuwächse auf dem Arbeitsmarkt gibt es aber vor allem im Teilzeit- und Minijobbereich. Davor warnen die Gewerkschaften. "50.000 Menschen in der Region haben einen Minijob", sagt Triers DGB-Chef Christian Z. Schmitz. 30.000 Minijobber sind damit nicht sozialversicherungspflichtig. Immerhin 20.000 Minijobber brauchen zusätzlich zum festen Job einen Zuverdienst. IG-Metall-Chef Roland Wölfl warnt deshalb: "Vielen wird hier ein vernünftiger Berufseinstieg genommen." Vor allem Frauen seien die Verlierer, weil sie oft nur Stellen bei 400-Euro-Jobs oder als Teilzeitkräfte fänden.

Bundesweit hat sich die Zahl der Teilzeitarbeiter seit 1996 auf neun Millionen verdoppelt. Mit Zeitarbeit verdient mittlerweile eine Million Menschen ihr Geld. Das sind fünfmal so viele wie 1994. Rund fünf Millionen verdienen ihr Geld heute mit Minijobs.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort