| 20:36 Uhr

Vom Hochwald in die weite Welt

 Aus feinem Pulver wird durch die Komage-Pressen ein stabiles Produkt. Foto: Komage
Aus feinem Pulver wird durch die Komage-Pressen ein stabiles Produkt. Foto: Komage
Kell am See. Die Komage Gellner ist ein Pressenhersteller für Pulver. Ihre Produkte sind eingesetzt in der Elektro- und Automobilbranche, in der Keramikindustrie und bei Anlagen für erneuerbare Energien. Dabei ist Deutschland ein wichtiger Absatzmarkt, ebenfalls das europäische Ausland, das trotz Euro-Krise eine konstante Größe bleibt. Hans Muth

Kell am See. Als Bruno Pahlitzsch 1908 in Berlin ein Werk zur Herstellung von Tablettier-Maschinen gründete, konnte er nicht ahnen, welche Dimensionen die Firma in der Zukunft annehmen würde. "Damals sprach man noch nicht von pressen, sondern von komprimieren", erklärt Geschäftsführerin Margit Gellner. "So entstand der Markenname Komage aus den Anfangsbuchstaben der Worte Komprimier Maschinen Gesellschaft." In den 1930er Jahren heiratete Tochter Gisela den aus Kell stammenden Juristen Dr. Hermann Gellner. Das Paar entschloss sich 1938, die Komage nach Kell zu verlegen
Durch die Initiative Gellners, in seiner Heimat einen Facharbeiterstamm zu schaffen, hatte die Familie die Voraussetzung dafür geschaffen, dass sich Kell und seine Umgebung von einer landwirtschaftlich geprägten armen Region in ein Gebiet mit zahlreichen Industrieansiedlungen und dem damit verbundenen Wohlstand entwickeln konnte.
In den 1950er Jahren übernahmen Bruder Ludwig Gellner die kaufmännische und Sohn Herbert Gellner die technische Leitung des Unternehmens. Unter dieser Führung entwickelte sich Komage zu einem Pressenhersteller für alle industriell verpressbaren Pulver. 1986 starb Herbert Gellner durch einen Unfall. Seine Tochter Margit und ihre Mutter nahmen die Herausforderung an, das Unternehmen weiterzuführen. 1995 übernahm Margit Gellner die Geschäftsführung. Seitdem hat sich das Unternehmen zu einem Systemlieferanten in zahlreiche Länder weltweit weiterentwickelt. "Der Kunde hat die Möglichkeit, die Pressen ganz auf seine Anforderungen hin konfigurieren zu lassen" erklärt Gellner ein Geschäftsmodell. "Neben der Presse werden auch Automationslösungen angeboten." Der Kunde erhalte so aus einer Hand ein auf seine Anwendung spezifiziertes System. Komage-Systeme produzieren für die Elektro-, Automobil- und die Keramikindustrie und bilden Komponenten von Anlagen zur Energieerzeugung.
Die jahrzehntelange Erfahrung im Pressenbau werde durch interne und externe Schulungen an neue Mitarbeiter weitergegeben, sagt Gellner. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse aus den Bereichen Maschinenbau, Elektro- und Energietechnik werden in die Weiterbildung integriert. Eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung, die mit renommierten Fachhochschulen und Universitäten zusammenarbeitet, sei ein wichtiger Aspekt der Firma. "Studenten erhalten bei uns die Gelegenheit, ihre theoretischen Kenntnisse mit praktischem Know-how zu verbinden und in ihre Abschlussarbeiten einzubringen. Zudem werden Möglichkeiten zum dualen Studium geboten."
Die Ausbildung von Facharbeitern spiele eine wichtige Rolle im Unternehmen. "Wir legen hohen Wert auf die Persönlichkeitsentwicklung der Auszubildenden. Soziale Kompetenz, Kreativität und eigenverantwortliches Handeln werden gefördert", so Margit Gellner.
Ausbildung und Gewinnung von qualifiziertem Fachpersonal sei Chefsache, um sicherzustellen, dass die Firma Komage auch in Zukunft leistungsstark aufgestellt ist.
Extra

Ausbildung und Qualifikation haben bei dem Unternehmen große Bedeutung. In diesen Berufen bildet Komage aus: Elektroniker für Betriebstechnik, Mechatroniker, Industriemechaniker, Technischer Produktdesigner und Zerspanungsmechaniker. Bachelorarbeiten und duales Studium werden in den folgenden Studiengängen von Komage in Zusammenarbeit mit zahlreichen Hochschulen angeboten: Maschinenbau, Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen. hm