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Von Trier aus auf die Dächer der Welt

Die Firmenzentrale in Trier-Irsch: Von hier aus startete die alwitra ihre weltweite Erfolgsgeschichte. TV-Foto: Sandra Blass-Naisar
Die Firmenzentrale in Trier-Irsch: Von hier aus startete die alwitra ihre weltweite Erfolgsgeschichte. TV-Foto: Sandra Blass-Naisar
Trier. Als sogenannter Global Player ist die alwitra auf den Dächern der Welt unterwegs, aber in Trier zu Hause. Genauer gesagt in Irsch. Und das schon seit 50 Jahren. Der Flachdachspezialist hat dank Erfindungsreichtum und Innovationskraft die Branche revolutioniert. Mit dem ersten mehrteiligen Dachrandabschlussprofil aus Aluminium, das Flachdächer endgültig dicht macht. Sandra Blass-Naisar

Trier. Zu den 1000 deutschen Weltmarktführern zählt das Manager Magazin den Trierer Flachdachspezialisten mit seinen 290 Mitarbeitern in Trier und Hermeskeil. "Das ist für uns ein deutliches Signal, den eingeschlagenen Kurs der praxisnahen und innovativen Lösungen für das Flachdach der Zukunft weiter zu verfolgen", sagt Inhaber Joachim Gussner, der das Unternehmen internationalisiert hat und unter dessen Regie seit Juli 1992 kontinuierlich neue Märkte und Partner im Ausland gewonnen werden konnten. Er sorgte mit Blick auf das Exportgeschäft auch für einen neuen Markenauftritt mit dem Slogan "alwitra - Das Dach der Welt".
50 Jahre alwitra - das sind 160 Millionen Quadratmeter verlegte Dachbahnen weltweit auf allen Kontinenten und in allen Klimazonen. Von Japan über Singapur bis nach Brasilien, Südafrika und Australien. Und dabei hat alles in Trier angefangen. Mit einem Mann, einem Stück Papier und einer Vision.
1964. Firmengründer Klaus Göbel will Flachdächer besser, perfekter und langlebiger machen. Er tüftelt, entwickelt eine Lösung und lässt sie sich patentieren: das weltweit erste mehrteilige Dachrandabschlussprofil aus Aluminium. Das Revolutionäre: Das Profil kann die thermisch bedingten Eigenbewegungen der einzelnen Baustoffe ausgleichen und so Schäden in der Abdichtung verhindern. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen bei nationalen und internationalen Fachmessen lassen die Auftragszahlen des neu gegründeten Unternehmens alwitra in die Höhe schnellen.
Auch in der Vermarktung geht das junge Unternehmen von der Mosel neue Wege. Bereits 1971 schließt man ein Abkommen zur Lizenzherstellung der Dachrandabschlussprofile mit dem japanischen Unternehmen "ABC Trading Co. Ltd", weitere Lizenznehmer auf der ganzen Welt folgen. Ab 1971 werden alwitra-Profile auch mit einer farbigen Acryllack-Beschichtung angeboten, was völlig neue gestalterische Möglichkeiten eröffnet.
Konsequent entwickeln die Trierer ihr Produkt-Portfolio weiter. Mit dem Wissen, dass optimale Abdichtungsergebnisse nur durch die Kombination von alwitra-Abschlussprofilen und Kunststoffdachbahnen realisiert werden können, kommt 1971 die erste alwitra-Dachbahn aus EVA und PVC auf den Markt. Gleichzeitig wird der Systemgedanke erfolgreich im Markt etabliert.
Grundlage des Systems ist bis heute die Verwendung gleichen Materials in den Anschlussbereichen der alwitra-Flachdach-Produkte. Mit Evalastic entsteht 1985 die erste homogen schweißbare alwitra-Dachbahn aus einem thermoplastischen Elastomer (EPDM), die perfekte Kombination von Ökonomie und Ökologie.
Innovationen im Jubiläumsjahr


Als erstes Unternehmen in der Flachdachbranche steigt alwitra in das Sportsponsoring ein. So begleitet man den Traditionsverein SV Eintracht Trier 05 auf dem Weg nach oben. Von 1997 bis 2006 tragen die Trierer Kicker den Namen "alwitra" auf ihren blauen Trikots und erleben ihre bisher erfolgreichsten Jahre mit dem Aufstieg in die zweite Liga.
1999 dann ein neuer und sehr erfolgreicher Marktknüller: Evalon Solar ist die weltweit erste Dachbahn mit integrierten, flexiblen Solarmodulen. Dafür erhalten die Trierer zahlreiche internationale Auszeichnungen, darunter 2005 in Paris den renommierten Innovationspreis der weltweit größten Baumesse "Batimat" in Gold.
Mit Innovationen startet die alwitra auch in ihr Jubiläumsjahr. Mit einem komplett neuen Tageslichtsystem. "Gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern ist es uns in den vergangenen 50 Jahren gelungen, das Flachdach mit viel Energie und Ideenreichtum sicherer zu machen!", sagt Joachim Gussner. "Als mittelständisches und inhabergeführtes Unternehmen wollen wir uns aber weniger auf den Erfolgen der Vergangenheit ausruhen, als vielmehr für die Zukunft mit dem gleichen Enthusiasmus unseren Partnern im Markt ein zuverlässiger, qualitätsbewusster und innovativer Anbieter von Systemlösungen für das sichere Flachdach sein."Extra

Als Klaus Göbel 1964 die Witra KG gründet, benennt er sie nach den Initialen seines Schwiegervaters Wilhelm Trappen. Der Krupp-Konzern klagt, weil er Verwechslungsgefahr mit der Marke Widia befürchtet. Klaus Göbel setzt seinem Wunschnamen kurzerhand das Kürzel "al" für den Werkstoff Aluminium voran und schafft so die Bezeichnung, die bis heute für innovative Flachdachprodukte aus Trier steht: alwitra. sbn

Joachim Gussner führt alwitra seit 1992. TV-Foto: PRIVAT
Joachim Gussner führt alwitra seit 1992. TV-Foto: PRIVAT