Vorstandschef Günther Passek verlässt Ende des Jahres die Sparkasse Trier

Führungswechsel bei der Sparkasse : Abschied mit zwei lachenden Augen

Ende des Jahres verabschiedet sich Günther Passek nach fast 30 Jahren von der Sparkasse Trier. Der Vorstandsprecher des Instituts geht in Ruhestand und freut sich darauf, dass er bald ein neues Kommando übernehmen kann.

Mit zwei lachenden Augen verabschiedet sich Günther Passek in wenigen Tagen von der Sparkasse Trier. „Ich habe mein Karriereende erreicht und das mit einem vernünftigen Erfolg“, resümiert der 64-Jährige ohne Wehmut im Gespräch mit dem TV. Günther Passek ist von der ersten Stunde seines Berufslebens ein „Sparkassenmann“. 1973 startet er seine Ausbildung bei der Kreissparkasse Main-Taunus und blieb dieser Sparkasse zehn Jahre lang treu.

Nach seiner Ausbildung und dem Grundwehrdienst zieht es ihn eigentlich in die Wertpapierabteilung, doch weil er mit dem Abteilungsleiter der Kreditabteilung Skat spielt, lockt dieser den Jahrgangsbesten in seine Abteilung. „Ich bin immer im Kreditgeschäft geblieben. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht.“ Unter Sparkassenflagge geht es für Passek weiter: Studium im Rahmen der Sparkassenorganisation und beruflicher Aufstieg.

1983 wechselt er zur angeschlossenen Heidelberger Vereinsbank und übernimmt die Leitung der Abteilung gewerbliche Kredite und Filialkredite. Ab 1984 hat er dort Gesamtprokura.

Bei der Badischen Kommunalen Landesbank übernimmt er dann von 1985 an die Leitung der Gewerblichen Immobilienkredite.

1987 wechselt er zurück ins Rhein-Main-Gebiet zur Nassauischen Sparkasse nach Wiesbaden. Als dann in den frühen 90ern die Chance besteht, nach Trier in den Vorstand der Kreissparkasse Trier-Saarburg zu wechseln, ergreift Günther Passek die Chance. „Ich kannte Trier zuvor nur von einer Exkursion mit der Sparkassenakademie 1982. Wir haben uns damals Trier und Luxemburg angeschaut, und die Reise in die Region hat mich fasziniert.“ Doch bei der beruflichen Wahl waren ihm auch andere Aspekte wichtig, „Trier ist ein hochinteressanter Standort, und die Größe der Sparkasse ähnelt der Main-Taunus-Kreissparkasse“.

Der erste Arbeitstag von Günther Passek fällt ausgerechnet auf den Karfreitag 1991. „Die Kreissparkasse Trier-Saarburg führt gerade ein neues EDV-System ein, das über die Feiertage eingespielt wird. Mein Glück war, dass ich das System bereits kannte, und so fiel mir der Einstieg hier relativ leicht.“

Auch sonst wird der Neue schnell in der Region heimisch. Ein Teil trägt dazu sicher der Trierer Bankenstammtisch bei, bei dem sich die Vorstände treffen und austauschen und – sich auch zur ein oder anderen Skatrunde etwa mit dem damaligen Bundesbankdirektor der Trierer Landeszentralbank, Hans Simon, treffen. Doch auch beruflich bringen die Jahre einige gravierende Veränderung. Nach zwei Jahre steht die Fusion der Kreissparkasse Trier-Saarburg mit der Stadtsparkasse Trier an. „Schon bei meinem Vorstellungsgespräch stand die Frage im Raum: Wie stehen Sie zu Fusionen? Und so war dies keine Überraschung“, erklärt der Vorstandssprecher der Sparkasse Trier. Damals habe es landesweit noch 35 Sparkassen in Rheinland-Pfalz gegeben, heute sind es noch 23. „Es gab das geflügelte Wort: In Zukunft gibt es nur noch eine Landessparkasse Rheinland-Pfalz und die Amtssparkasse Speicher“, erzählt Passek. Die Amtssparkasse Speicher war lange Zeit die kleinste Sparkasse Deutschland und wurde 2003 von der Kreissparkasse Bitburg-Prüm übernommen.

Der Zusammenschluss von Stadtsparkasse Trier und Kreissparkasse Trier-Saarburg läuft allerdings auf Augenhöhe ab. „Wir waren anfangs fünf Vorstände, und es gab die Vereinbarung, dass niemand seinen Posten verliert, beim Ausscheiden die Stelle aber auch nicht nachbesetzt wird, bis wir noch drei Vorstände sind.“ Dass die Fusion so gut glückt, hat für den Sparkassenchef auch etwas mit dem Neubau am Viehmarkt zu tun. „Das Gebäude war für alle Mitarbeiter ein neuer Arbeitsplatz, und es hat nur wenige Tage gedauert, bis sich die Kollegen aus beiden Häusern zusammengefunden haben.“

Vom 1. Januar 1995 an gehört Günther Passek damit dem Vorstand der Sparkasse Trier an, 2015 folgt er Remigius Kühnen als Vorstandsvorsitzender.

In den kommenden Jahren festigt die neue Sparkasse ihre Position als drittgrößte Sparkasse im Land. Von größeren regionalen Krisen bleibt das Institut weitgehend verschont. Indes bringt der Abzug der ausländischen Truppen aus Trier neue Chancen. „Die Konversion war für Trier ein Segen“, so Passek, die Entwicklung von Castelforte, dem Quartier Bertard oder dem Petrisberg mit der Landesgartenschau werden von der Sparkasse begleitet. „Es hat Spaß gemacht, das alles mitzugestalten“, erinnert sich der Sparkassenchef.

Mit dem Blick auf die heutige Situation findet Passek dies allerdings nicht. „Seit Jahrzehnten werden keine Gewerbegebiete in der Stadt mehr angeboten, und die Entwicklung von Wohngebieten ist problematisch.“

Doch mit der Finanzkrise 2008 liegt der Fokus im deutschen Finanzmarkt auf einer ganz anderen Ebene. „Die Niedrigzinspolitik wird sicher noch weitergehen“, glaubt der scheidende Banker. „Das ist alles beherrschbar, aber es macht nicht so viel Spaß“, findet Passek. Vor allem findet er es schade, dass die Sparkassen und Volksbanken, die nicht an der Krise Schuld waren, mit in „Haftung“ genommen werden. „Die regulatorischen Auflagen der Aufsicht treffen uns ebenso wie die Großbanken. Doch es erfordert von uns viel mehr Kraft.“

Für den 64-Jährigen beginnt aber nun auch ein neuer Lebensabschnitt mit neuen Aufgaben und Herausforderungen. Seine Aufgaben in der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stadtbibliothek Trier und im Kuratorium der Hochschule Trier, wo er als Vorsitzender wirkt, werden ihn weiter fordern. Und nebenbei ist der gebürtige Hamburger Günther Passek auch begeisterter „Flussschiffskapitän“ und Besitzer eines elf Meter langen Motorboots. Der norddeutsche Einfluss ist indes gering, denn nach einem kurzen Stuttgarter Intermezzo der Familie verlebt Günther Passek seine Schulzeit, Ausbildung und ersten Berufsjahre im Rhein-Main-Gebiet. Vielleicht ist das Grund für seine seemännische Vorliebe: „Ich fahre eigentlich nur auf Flüssen.“ Höhepunkt war bisher 2003 eine dreiwöchige Flusstour auf Mosel und Rhein.

Doch schon plant er eine Sechs-Wochen-Rund-Tour über Mosel, Rhein und Maas. „Das ist dann gelebtes Europa“, freut sich der bald-Ruheständler. Längst ist er in der Großregion heimisch, was ihm auch kulinarisch sehr entgegenkommt. „Ich liebe die Weine aus der Region und gutes Essen.“

Kochen ist eine seiner Leidenschaften. Und so gibt es denn auch eine klare Absprache mit seiner Frau. „Ab dem 2. Januar übernehme ich das Kommando in der heimischen Küche.“