Wachstum trotz Wirtschaftskrise

Wachstum trotz Wirtschaftskrise

"Die Krise konnte uns nichts anhaben", bilanzierte der dreiköpfige Vorstand der Volksbank Trier bei der Jahrespressekonferenz der Genossenschaftsbank. Der Jahresüberschuss 2009 beläuft sich auf 2,37 Millionen Euro.

Trotz Finanzkrise herrschen bei der Volksbank Trier rosige Zeiten: 2009 betrug der Gewinn 2,39 Millionen Euro. TV-Foto: Christiane Wolff.

Trier. (woc) Eine niedrige Arbeitslosenquote in der Region von derzeit 4,1 Prozent (deutschlandweit: 7,8 Prozent) und relativ wenige regionale Firmenpleiten im Zuge der Wirtschaftskrise haben mit dazu beigetragen, dass 2009 die Geschäfte der Volksbank Trier gut liefen. "Außerdem kennen wir unsere Kunden", betonte Vorstandsmitglied Horst Schreiber, "zusammen mit einer guten Beratung lassen sich so Kreditausfallrisiken sehr gut beschränken."

Als einzige Bankengruppe habe man im vorigen Jahr keine staatliche Unterstützung in Anspruch genommen. Auch von der vielzitierten Kreditklemme könne keine Rede sein bei einer um zwei Millionen auf 42,6 Millionen Euro angewachsenen Eigenkapitaldecke und einer Steigerung des Kundenkreditvolumens von 641 auf 679 Millionen Euro, erklärte Vorstandsmitglied Karl A. Heinz.

Im nächsten Jahr soll das Eigenkapital der Genossenschaftsbank noch einmal um zwei Millionen aufgestockt werden, schließlich wurde 2009 ein Jahresüberschuss von 2,37 Millionen Euro erwirtschaftet. Sechs Prozent Dividende (672 000 Euro) sollen an die mittlerweile knapp 23 000 Mitglieder (2008: 22 024) der Genossenschaft ausgeschüttet werden.

Die Bilanzsumme erhöhte sich von 606 Millionen Euro (2008) auf 670 Millionen Euro, die Kundeneinlagen von 712 auf 759 Millionen. "Und auch alle unsere EC-Karten haben über den Jahreswechsel reibungslos funktioniert", vervollständigte Schreiber das Bild von der "überaus positiven Entwicklung" des Geldinstituts.

Eine Provision für eingeräumte, aber nicht in Anspruch genommene Geschäftskundenkredite - wie die Sparkasse sie 2009 eingeführt hat - plant die Volksbank nicht. "Natürlich müssen wir für solche potenziellen Kredite auch entsprechende liquide Rücklagen haben, aber das war schon immer so, und wir werden für diese Leistung auch in Zukunft keine Zinsen verlangen", erklärte Schreiber.

Ein zweiter Unterschied zum Mitbewerber: Während die Sparkasse Förderpartner der neuen Energieagentur der Region Trier ist, beteiligt sich die Trierer Volksbank nicht an dem Zusammenschluss der Stadt Trier und der fünf Landkreise. "Diese Energieagentur ist aus unserer Sicht ein Konkurrent für Energie-Akteure des freien Marktes", erklärte Schreiber. Die Energieagentur soll unter anderem mehr staatliche Fördergelder für energetische Haussanierungen in die Region leiten "Solche Kredite und Fördergelder vermitteln wir unseren Kunden aber natürlich trotzdem", betonte Volksbank-Vorstandsmitglied Wolfgang Junkes.