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Gründungen
Warum Luxemburg ein guter Standort für Start-ups ist

 Sie diskutierten über Chancen von Start-ups in Luxemburg: Mathias Schmitt, Stefan Berend, Marc Glesener, Carlo Duprel und Hans Stuckart.
Sie diskutierten über Chancen von Start-ups in Luxemburg: Mathias Schmitt, Stefan Berend, Marc Glesener, Carlo Duprel und Hans Stuckart. FOTO: TV / Björn Pazen
Luxemburg. Steuervorteile, Investoren, Rahmenbedingungen – Ist Luxemburg besser als die „Höhle der Löwen“? Das war, überspitzt formuliert, die Frage bei einer Diskussionsrunde am Rande der Präsentation des Deloitte Business Monitors. Von Björn Pazen

Es ging um innovative Firmengründungen, Start-ups und die Rahmenbedingungen und Möglichkeiten, die Luxemburg für solche Ansiedlungen speziell im Technologiebereich bereithält.

Bei der Fernsehsendung „Höhle der Löwen“ bewerben sich Gründer bei Investoren wie Karsten Maschmeyer, um Startkapital, in Luxemburg gibt es ein ähnliches Modell vom Staat. „Fit for start“ nennt sich das Programm, analog etwa zur Investitions- und Strukturbank (ISB) Rheinland-Pfalz gibt es Fördermittel, zudem wurde das staatliche Unternehmen Luxinnovation mit 70 Mitarbeitern gegründet, um Gründer zu unterstützen, sei es beim Startkapital, den Gründungsformalitäten, aber auch der Personalsuche.

„Wir erhalten bis zu 300 Anträge pro Jahr“, sagt Stefan Berend, der bei Luxinnovation für die Start-ups zuständig ist: „Im Rahmen eines Wettbewerbs bringen wir die zehn besten Projekte mit potenziellen Investoren zusammen. Generell gibt es in Luxemburg viele Anreize für Start-ups, und die Großregion bietet zudem viele qualifizierte Mitarbeiter.“

Das sieht Hans Stuckart, Start-up-Gründer im Finanzbereich, etwas anders: „Wir mussten unsere Angel sehr weit auswerfen, bei uns pendeln die Mitarbeiter bis Frankfurt oder Hamburg.“ Dass die Hürden für eine Gründung in Luxemburg nicht allzu hoch seien, betont Carlo Duprel von der Unternehmensberatung Deloitte: „Das kann man in einer Woche schaffen. Zudem gibt es viele Steuervergünstigungen für Start-ups.“ Analog zu Ländern wie den USA oder China erhofft er sich im Ländchen aber mehr Investoren, die für das nötige Startkapital sorgen: „Es gibt Standortvorteile aufgrund der vielen Fonds, aber die haben eher eine internationale Ausrichtung als eine luxemburgische.“

„Aber auch in Rheinland-Pfalz hat sich viel getan, und gemeinsam mit Luxemburg können wir noch mehr erreichen“, sagte Mathias Schmitt, der über die Uni Kaiserslautern und das Unternehmen Digital Devotion viele Technologie-Start-ups in Luxemburg unterstützt: „Wir haben das wissenschaftliche und technogische know-how, Luxemburg den Zugang zu internationalen Märkten und die Infrastruktur, das ergänzt sich perfekt. Was zudem die Forschung betrifft, sind Rheinland-Pfalz und Luxemburg bestens vernetzt“, sagt Schmitt.

Aktuelles Beispiel ist das Start-up Urban Time Travel, das „Zeitreisen“ für Touristen anbietet. Mit Virtual Reality-Brillen fahren die Besucher mit dem Bus durch Luxemburg und lernen so die Geschichte der Stadt virtuell kennen.

Insgesamt böte die Start-up-Szene aber auch klugen Köpfen aus der Region Trier die Chance, ihr Unternehmen in Luxemburg zu gründen, speziell dann, wenn es sich um Firmenideen in Sachen Technologie, speziell Gesundheits- und Finanztechnologie handele. Denn in einer These waren sich alle Diskussionsteilnehmer einig: „Die Großregion ist ein Motor für Innovationen.“