| 16:51 Uhr

Der Krise getrotzt
Was das kleine Ländchen so groß macht

LUXEMBURG. 250 Schiffe und die Nummer 2 bei Fonds: Deloitte hat die aktuellen Zahlen rund um die Luxemburger Wirtschaft zusammengestellt.

Wie hat Luxemburg der Finanzkrise getrotzt? Wo liegen die Stärken unseres Nachbarn, welche Branchen boomen, und was macht der Staat, um die Wirtschaft zu unterstützen? Bereits zum sechsten Mal hat die Unternehmensberatung Deloitte alle Zahlen rund um die luxemburgische Wirtschaft, natürlich mit Fokus auf den Finanz- und Bankensektor, zusammengestellt. Am Dienstag wurde der speziell auf deutschsprachige Unternehmen zugeschnittene Business Monitor Vertretern der Deutsch-Luxemburgischen Wirtschaftsinitiative präsentiert.

Neben der Vielzahl von Zahlen enthält die Broschüre auch die Gründe, warum Luxemburg für internationale Unternehmen so attraktiv ist: Politische Stabilität, ein hohes Bildungsniveau, die Großregion als Pool für Mitarbeiter, enge Verbindungen zu den Nachbarstaaten, Mehrsprachigkeit, Weltoffenheit und Internationalität, die Vielzahl von europäischen Institutionen in Luxemburg, die staatliche Förderung, ein aufstrebendes Forschungs- und Wissenschaftsumfeld und Initiativen für nachhaltige Entwicklung (siehe kostenloser ÖPNV).

Hier die wichtigsten Zahlen aus dem aktuellen Business Monitor von Deloitte:

1 - In Sachen Private Banking ist Luxemburg die Nummer eins in Europa.

2 - Luxemburg ist der weltweit zweitgrößte Standort für Investmentfonds und Europas Nummer eins.

Die Nummer 2 weltweit ist Luxemburg laut einer Studie auch bei der Qualität des Gesundheitssystems, nur getoppt von Singapur.

Um 2,2 Prozent ist das Bruttoinlandsprodukt 2017 gestiegen.

2,24 Milliarden Euro betrugen 2017 die staatlichen Investitionen in Luxemburg, eine Steigerung von fast 50 Prozent im Vergleich zu 2013.

Auf 4,1 Billionen Euro belief sich Ende 2018 das Gesamtnettovermögen aller in Luxemburg gelisteten Fonds.

Als Folge der Finanzkrise hat die luxemburgische Regierung die Förderung von 7 so genannten Cluster-Branchen ins Leben gerufen: Automobil, Kreativindustrie, Material- und Fertigungsindustrie, Luft- und Raumfahrt, Gesundheitstechnologien, Umweltinnovationen, Informations- und Kommunikationstechnologien.

Auf 9,18 Milliarden Euro belief sich 2018 die Gesamt-Bilanzsumme der luxemburgischen Finanzbranche (ohne Banken).

Um 10 Prozent (von 41 auf 45) stieg die Anzahl der Banken aus deutschsprachigen Ländern in Luxemburg von 2016 bis 2018.

Mit 16 Prozent der Bevölkerung stellen die Portugiesen die größte nicht-luxemburgische Volksgruppe, gefolgt von Franzosen (7,6 Prozent). Dahinter liegen Italiener (3,7) und Belgier (3,4) fast gleichauf, gefolgt von Deutschen (2,2).

Um 23 Prozent ist seit 2009 die Anzahl der Mitarbeiter im luxemburgischen Finanzsektor (ohne Banken) auf nun 16 632 Personen gestiegen. 35 Prozent davon arbeiten bei Wertpapierunternehmen.

26,5 Prozent der luxemburgischen Wirtschaftsleistung (und 27 Prozent der Wertschöpfung) macht der Finanzsektor aus.

27,8 Prozent aller luxemburgischen Exporte gehen nach Deutschland, 26,5 Prozent aller Importe kommen aus Deutschland.

47,9 Prozent der luxemburgischen Bevölkerung sind Ausländer.

55,4 Milliarden Euro betrug das luxemburgische Bruttoinlandsprodukt in 2017.

80 Prozent aller luxemburgischen Güter und Dienstleistungen werden exportiert.

Aus 113 Ländern kommen die Studenten, die aktuell an der Universität in Luxemburg eingeschrieben sind.

136 Banken aus 29 Ländern waren 2018 in Luxemburg vertreten, davon 25 aus Deutschland, 14 aus Frankreich und China sowie zwölf aus der Schweiz.

170 verschiedene Nationalitäten leben in Luxemburg. 200 Gesellschaften machen Luxemburg zu Europas führenden Standort für Rückversicherer, 15 Prozent davon kommen aus Deutschland.

Mehr als 250 Schiffe fahren unter luxemburgischer Flagge.

400 in Luxemburg ansässige Unternehmen aus den Bereichen Handel und Industrie stehen unter deutscher Führung oder gehören zu einem deutschen Konzern.

3908 Investmentfonds mit 14898 Teilfonds sind in Luxemburg gelistet.

24 000 Menschen arbeiteten 2018 in Luxemburg in der Boombranche Logistik.

26111 Mitarbeiter gab es Ende 2017 in Luxemburg alleine im Bankensektor.

602 000 Menschen lebten 2018 in Luxemburg.

938 000 Tonnen Waren wurden 2017 am Flughafen von Luxemburg umgeschlagen, ein Plus von 17 Prozent im Vergleich zu 2016.

 Direktor Andreas Meier (links) und der für die Studie zuständige Manager Sascha Voigt präsentieren den Deloitte Business Monitor.
Direktor Andreas Meier (links) und der für die Studie zuständige Manager Sascha Voigt präsentieren den Deloitte Business Monitor. FOTO: TV / Björn Pazen