Was passiert mit den drei Real-Märkten in der Region Trier

Supermarktkette vor dem Aus : Kurz vor dem Verkauf – Was passiert mit den drei Real-Märkten in der Region Trier?

Der Kaufvertrag zwischen Metro und einem Bieterkonsortium soll bereits in den kommenden Tagen unterschrieben werden. Danach droht der Supermarktkette Real die Zerschlagung.

Der Verkauf der Supermarktkette Real rückt in greifbare Nähe. Der Real-Mutterkonzern Metro hat sich mit einem Konsortium um den Finanzinvestor SCP und den Immobilieninvestor X-Bricks grundsätzlich über den Verkauf seiner angeschlagenen Supermarkttochter geeinigt, wie er am frühen Dienstagmorgen mittelte. Einzelne offene Punkte würden jedoch noch verhandelt.

In der Region wären davon drei Supermärkte – in Trier-Euren (Gottbillstraße), Kenn (Am Kenner Haus) und Wittlich (Justus-von-Liebig-Straße) – betroffen. Was aus den drei Märkten wird, ist noch völlig unklar. „Wir können noch keine Auskunft zu einzelnen Märkten geben“, sagt Annette von Leoprechting, Sprecherin der Metro AG, auf TV-Anfrage. Der Prozess laufe noch, die Zuteilung der Märkte werde erst im Nachgang erfolgen.

Eine klare Forderung gibt es indes schon von Gewerkschaftsseite. Axel Sauer, zuständiger Verdi-Sekretär für die Region: „Wir fordern eine nachhaltige Beschäftigungsgarantie für die Mitarbeiter. Es kann nicht sein, dass die Beschäftigten nun die Zeche zahlen für jahrelanges Missmanagement.“

Der Supermarktkette mit 277 Real-Märkten und rund 34 000 Beschäftigten droht nach den bisher bekannt gewordenen Plänen die Zerschlagung. Denn die künftigen Eigentümer wollen wohl nur einen kleinen Teil der Real-Märkte selbst weiterbetreiben. Der Großteil der Standorte soll an andere Händler wie Edeka oder Kaufland verkauft werden.

Einigen Standorten droht auch die Schließung. Ob dies auch die Standorte in der Region Trier betrifft oder ob es Alternativen gibt, bleibt derzeit unbeantwortet. In den drei Märkten in der Region sind insgesamt 310 Mitarbeiter beschäftigt, 128 in Kenn, 96 in Wittlich und 86 in Trier.

Bernhard Swoboda, Professor für Marketing und Handel an der Universität Trier, kann sich für den Standort im Gewerbegebiet Trier-Euren verschiedene Szenarien vorstellen, falls dieser Real von einer Schließung betroffen sein sollte. Dort sieht Swoboda auch eine mögliche Option für die Supermarktkette Globus, die sich in Trier ansiedeln will (der TV berichtete mehrfach).

Der TV fragte am Dienstag bei Globus an, inwiefern das Unternehmen nach dem sich anbahnenden Deal zwischen Metro und Investor SCP/X-Bricks ein Interesse an einem möglichen Kauf einzelner Real-Märkte hat, auch vor dem Hintergrund des Ansiedlungswunsches von Globus in Trier. Stefan Ewerling, Leiter Standortplanung bei Globus, teilte daraufhin mit: „Unser Vorhaben ist unabhängig von den aktuellen Entwicklungen bei Metro/Real.“

Laut Uni-Professor Swoboda spricht gegen eine Ansiedlung von Kaufland oder Edeka in Trier-Euren, dass es bereits jeweils einen dieser Märkte in der Nähe gebe. „Ich kann mir schwerlich vorstellen, dass Kaufland dort eine weitere Filiale eröffnen wird“, sagt Swoboda. Außer der Konzern würde die Filiale aus Trier-West dorthin verlagern. Dass Edeka dort eröffnet, kann sich Swoboda nur unter der Voraussetzung vorstellen, dass der Betreiber der Filiale in Trier-West die neue Filiale mitversorge.

Für eine Übernahme durch Rewe spreche, dass dieser sehr schwach in der Region vertreten sei. Und ein neuer Markt in Ehrang deute darauf hin, dass Rewe verstärkt in die Region wolle.

In einem Brief an die Mitarbeiter von Real, der der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt, hat Metro-Chef Olaf Koch einige Details genannt. „Die neuen Betreiber werden verpflichtet, die Real-Mitarbeiter auf der jeweiligen Fläche zu übernehmen“, verspricht Koch in dem Schreiben.

Einer Reihe von Standorten ohne überzeugende wirtschaftliche Perspektive drohe allerdings die Schließung. Die Käufer gingen aber davon aus, „dass die Zahl der zu schließenden Standorte unter 30 liegen wird“, schrieb Koch. Wo es betriebsbedingte Kündigungen geben wird, soll Koch zufolge eine bereits Ende vergangenen Jahres abgeschlossene Betriebsvereinbarung soziale Härten mildern. Sie sieht nach früheren Angaben des Betriebsrats Abfindungen von maximal 12 bis 14 Monatsgehältern vor.