Weinliebhaber aus der ganzen Welt in Trier

Weinliebhaber aus der ganzen Welt in Trier

Die Weinwelt blickt in diesen Tagen erwartungsvoll nach Trier. Als Ouvertüre startet der Bernkasteler Ring mit seiner Weinversteigerung am Donnerstag. Die Auktion des Großen Rings, in dem die VDP-Prädikatsweingüter zusammengeschlossen sind, folgt als Höhepunkt am Freitag.

Trier. Weinversteigerungen haben an der Mosel eine lange Tradition. Doch heute sind die Auktionen längst nicht mehr reine Verkaufsveranstaltungen. Wenn die Spitzenweine der Mosel unter den Hammer kommen und Kunden aus der ganzen Welt Tausende Euro für eine einzige Flasche bieten, ist das vor allem für das Renommee der Weinbauregion Mosel von großer Bedeutung.
Lediglich vier Weinauktionen in Deutschland vermarkten in dieser Form die deutschen Spitzenweine weltweit. Der Verband der Prädikatsweingüter (VDP) steht mit seinem Versteigerungswochenende vom 21. bis zum 23. September im Mittelpunkt. Interessenten aus der ganzen Welt werden zu den Herbstversteigerungen an der Mosel (21. September), im Rheingau (22. September) und an der Nahe (23. September) erwartet.
Das wichtige Bindeglied zwischen Weinliebhabern und Winzern bilden dabei die Weinkommissionäre. Nur sie dürfen bei den Versteigerungen auf die Weine bieten. Gut zehn Kommissionäre steigern bei den beiden Auktionen in Trier (siehe unten) mit. "Die VDP-Auktion ist für die Moselregion ein großartiges Marketingereignis", erklärt Bernd Weber (Fritz Steinlein e.K., Trier). Weber bietet, wie die meisten seiner Kollegen, bei den beiden Auktionen in Trier für Kunden aus aller Welt mit. "Wir haben Gebote aus acht Ländern vorliegen." Die wichtigsten Weinliebhaber kommen für Weber aus Italien, Skandinavien und der Schweiz. Bei den Auktionen sind zudem auch immer interessierte Kunden am Tisch der Kommissionäre anwesend. "In diesem Jahr haben wir bei uns gleich acht Nationen vertreten", sagt Weber. Die Außenwirkung der Veranstaltung trägt nach Meinung des Trierers viel zum guten Image der Moselweine bei. Sein Kollege Joachim Ress (Karl A. Ress GmbH/Oestrich-Winkel, Rheingau) sieht in den Auktionen einen weiteren großen Vorteil: "Qualität und Authentizität sind dabei gesichert wie bei keiner anderen Veranstaltung", sagt er. Wenn französische Spitzenweine etwa bei den großen Auktionshäusern unter den Hammer kämen, wüsste man nichts über die Geschichte. Wurden sie ordentlich gelagert? "Bei den vier Auktionen in Deutschland darf der Liebhaber sicher sein, dass die Weine vorher den Keller noch nicht verlassen haben." Ein Wert, den Weinkenner schätzen. Bei dem Kommissionär aus dem Rheingau haben sich für die Auktionen in Trier Bieter aus zehn Ländern gemeldet. "Kunden aus den USA und Kanada, aus Skandinavien und natürlich aus Deutschland sind für uns wichtig."
Am Tisch wird aber sogar ein Einkäufer aus Hongkong den Kommissionär begleiten, neben 14 weiteren kaufkräftigen Gästen aus aller Welt.
Barbara Selbach (J. & H. Selbach, Zeltingen) erklärt, dass für den Weinhandel neben Deutschland und England immer mehr asiatische Länder wichtig werden. Interessierte aus China, Taiwan und Hongkong gehören neben den europäischen Ländern immer häufiger zu den wichtigen Kunden für die großen Weine von der Mosel.
Bei den Kommissionären herrscht schon große Vorfreude auf die kommenden Tage.

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