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Weit mehr als nur Busfahren

Ausbildung : Weit mehr als nur Busfahren

Leitstelle, Werkstatt oder Kunden-Center – die Fachkraft im Fahrbetrieb erfüllt bei den Stadtwerken Trier zahlreiche Aufgaben.

Silke Krieger ist eine Pionierin. Die 28-Jährige ist seit vielen Jahren die erste Auszubildende als Fachkraft im Fahrbetrieb bei den Stadtwerken Trier: „Ich wollte immer Berufskraftfahrerin werden, jetzt habe ich meinen Traumberuf gefunden.“ Zunächst hatte Krieger, die aus Thiergarten stammt, eine Lehre als Friseurin gemacht. Durch ihren Mann, der als Busfahrer bei den Stadtwerken Trier arbeitet, wurde die Mutter von drei Kindern dann auf den Ausbildungsberuf als Fachkraft im Fahrbetrieb aufmerksam.

Nun ist Krieger im zweiten Ausbildungsjahr - und ihr Job ist weit mehr als nur Busfahrerin. „Teil der Ausbildung war auch der LKW-Führerschein, das war für mich ein echtes Bonbon, ein toller Bonus neben dem Busführerschein“, sagt Krieger. Neben ihren Routen durch die Region als Fahrerin der Stadtbusse beinhaltet die Ausbildung aber noch einiges mehr: Sie ist in der Leitstelle tätig, um die Abläufe zu planen und zu koordinieren, sie macht Abrechnungen, sie informiert Kunden im Fahrgast-Zentrum in der Treviris-Passage und sie kennt sich aus in der Werkstatt des Verkehrsbetriebs der Stadtwerke Trier in Trier-Euren.

„Die Arbeit ist richtig vielseitig, zudem ist das – denke ich – ein sicherer Job im öffentlichen Dienst mit Zukunft. Langweilig wird mir jedenfalls nie“, sagt Krieger. Zur dreijährigen Ausbildung gehört auch der Blockunterricht in Köln, in einer speziellen Klasse nur für Fachkräfte im Fahrbetrieb. Einstellungsvoraussetzungen sind ein guter Hauptschulabschluss, technisches Geschick, Freude am Kontakt mit Menschen, Eigenverantwortung und Interesse an kaufmännischen und technischen Tätigkeiten.

Dass die Ausbildung viele abwechslungsreiche Tätigkeiten beinhaltet, findet auch Thomas Hüser. Er hat die Ausbildung (noch unter anderer Bezeichnung / tatsächlich derselbe Beruf) selbst durchlaufen und ist heute der Ausbilder von Silke Krieger im Verkehrsbetrieb: „Das ist viel, viel mehr als nur Busfahren, speziell, was den kaufmännischen Teil der Ausbildung, wie die Disposition, betrifft. Zudem ist auch technisches Know-how und Sachverstand in der Werkstatt gefordert. Und Silke Krieger zeigt, dass der Beruf nicht nur etwas für junge Männer ist.“

Silke Krieger erfährt im Bus und in der Leitstelle, immer „was draußen los ist“, weiß, welche Busgrößen auf welchen Linien eingesetzt werden, wo gerade wegen einer Baustelle die Linienführung geändert werden muss.

„Da steckt sehr viel Planung dahinter, schließlich sind bis zu 93 Busse gleichzeitig im Einsatz“, sagt Hüser, der zudem die großen Zukunftschancen hervorhebt: „Nach der Ausbildung kann man Fachwirt, Techniker oder Verkehrsmeister werden oder ein Ingenieursstudium anschließen. Selbst wenn es irgendwann einen Trend zu selbst fahrenden Bussen geben sollte, brauchen wir dann ja mehr qualifizierte Mitarbeiter in der Leitstelle. Der Beruf ist also krisensicher.“

Einen neuen Kollegen wünscht sich auch Silke Krieger: „Es wäre schön, wenn ich bald nicht mehr die einzige aktuelle Auszubildende in dem Beruf bei den Stadtwerken wäre.“ Bereits zum 1. August bieten die SWT für Interessente noch einen Ausbildungsplatz als Fachkraft im Fahrbetrieb an.