Weiter die Nummer eins

Der Gerolsteiner Brunnen wächst im ersten Halbjahr 2017 weiter und sieht nocht viel Potenzial bei neuen Kunden.

Gerolstein Es sprudelt und sprudelt: Der Gerolsteiner Brunnen ist weiter auf Wachstumskurs und kann in den ersten sieben Monaten des Jahres nochmals bei Umsatz und Absatz zulegen. 4,5 Millionen Hektoliter Mineralwasser (plus 4,4 Prozent) und gut 172 Millionen Euro Umsatz (plus 6,9 Prozent): So sieht die Zwischenbilanz für 2017 aus. "Wir sind bislang sehr zufrieden mit der Entwicklung. Der Sommer, den es ja schon überraschend im Juni gab, hat unsere Erwartungen erfüllt", sagt Robert Mähler, seit wenigen Wochen bei dem Eifeler Brunnen zuständig für Strategie, Marketing, Vertrieb und internationales Geschäft.
Mähler, der zuvor bei den Süßwarenherstellern August Storck KG und Haribo aktiv war, sieht für Mineralwasser und Co. aus Gerolstein noch großes Potenzial. "Die Marke Gerolsteiner ist über die vergangenen 20 Jahre groß geworden und ist sehr gut aufgestellt. Und wenn unsere Steigerungsraten aus dem ersten Halbjahr den Rest des Jahres anhalten, dann können die Vorjahresdaten erneut getoppt werden", sagt er im Gespräch mit dem TV. Im Jahr 2016 lag der Umsatz bei knapp 277 Millionen Euro, der Absatz bei 7,5 Millionen Hektoliter.
Denn während die gesamte Branche der nichtalkoholischen Getränke um 2,7 Prozent gewachsen ist, hat der Gerolsteiner Brunnen stärker zugelegt. Die Eifeler können damit ihre Position als führende Mineralwassermarke unter den mehr als 500 Mineral- und 35 Heilwassern in Deutschland halten (siehe Info). "Gerolsteiner hat einen nationalen Anspruch", gibt der neue Vorsitzende der Geschäftsführung als Losung aus.
Damit nicht genug. "Ziel ist es, noch mehr Konsumenten zu Gerolsteiner zu bringen", sagt der neue Chef. Und die ersten Zahlen des Jahres versprechen viel: Rund 80 000 Neukunden konnte Gerolsteiner nach eigenen Angaben hinzugewinnen, ohne Stammkunden dafür zu verlieren. "Ein guter Aufgalopp für unsere Strategie", resümiert Robert Mähler. Diese sieht vor, immer mehr verschiedene Flaschen und Gebinde für verschiedene Konsumsituationen anzubieten. Ob Sport oder Reise, Wellness, Schule oder Beruf: "Die Konsumenten mögen Abwechslung und wollen verstärkt unterwegs - To go - ihr Mineralwasser trinken", weiß das neue Mitglied der Gerolsteiner-Geschäftsführung. Und so wird es ab Oktober etwa eine neue "Kleingebinde-Offensive" für Flaschen in 0,5- und 0,33-PET-Format geben.
Außerdem gewinnt Gerolsteiner noch immer hinzu, weil es auf der Welle des Zeitgeists schwimmt. "Mineralwasser liegt in den langfristigen Trends nach Gesundheit, Natürlichkeit und Wellness", hält etwa der Vorstandsvorsitzende des Verbands deutscher Mineralbrunnen (VDM), Arno Dopychai, fest. Und so soll die Branche weiter wachsen. Ein Trend, auf den auch Gerolsteiner mit seinen rund 800 Mitarbeitern setzt. Denn das Unternehmen investiert in seinen Standort mehrere zehn Millionen Euro (genaue Angaben gibt es nicht): Seit April erst arbeitet eine neue Einweg-Abfüllanlage, seit wenigen Wochen ist eine Anlage umgebaut. Zudem werden im ersten Halbjahr 2018 die Hallen für zwei neue Mehrweganlagen fertiggestellt. "Wir sind das einzige Mineralwasser, das seinen Vertrieb auf allen Schienen von der Gastronomie über den Getränkegroßfachhandel bis zum Lebensmitteleinzelhandel und den Discount betreibt", sagt Mähler. Deshalb sei Mineralwasser auch strategisch gesehen das wichtigste Produkt: "Aber Erfrischungsgetränke ergänzen unsere Marke, weil sie neue Konsumenten an uns heranführen. Damit schließt sich der Kreis bei Gerolsteiner."Extra: EINE BRANCHE MIT WACHSTUMSPOTENZIAL


(sas) Die Deutschen lieben ihr Wasser - und trinken immer mehr davon. Laut den Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im vergangenen Jahr rund 13,8 Milliarden Liter Mineralwasser produziert - ein neuer Rekord. Besonders beliebt sind dabei Mediumprodukte und Stille Mineralwasser. Die haben im Jahr 2016 erstmals mehr als die Hälfte der Produktion ausgemacht. Auch für das aktuelle Jahr rechnet die Branche mit einem weiteren Wachstum. Derzeit gibt es in Deutschland knapp 200 Mineralbrunnen, die mehr als 500 regionale Mineralwasser und 35 Heilwasser abfüllen. Das meiste davon fließt in den heimischen Markt. Der Exportanteil liegt lediglich bei etwa drei Prozent. International geben Konzerne wie Nestlé, Danone oder Coca-Cola den Ton beim Mineralwasser an. Bei uns spielen sie mit einem Marktanteil von knapp zehn Prozent nur eine geringe Rolle.