Weniger im Geldbeutel

TRIER. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer wird die Bürger in höherem Umfang belasten, als Politiker das glauben machen wollen – das jedenfalls behauptet der Bund der Steuerzahler und legt Beispielrechnungen vor.

Von 16 auf 19. Die geplante Anhebung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte ab nächstem Jahr scheint auf den ersten Blick gar nicht so dramatisch. Zumal - bleibt es bei den Plänen der Bundesregierung - auf Lebensmittel, Zeitungen und Bücher oder Preise im öffentlichen Nahverkehr weiterhin der ermäßigte Satz von sieben Prozent gelten soll. Einmalig in der Geschichte

Doch der Bund der Steuerzahler schlägt Alarm: "Die Mehrwertsteuererhöhung bedeutet einen tatsächlichen Anstieg um 18,75 Prozent", sagt Steuerzahler-Präsident Karl Heinz Däke. Eine derartige Steuererhöhung sei einmalig in der Geschichte der Bundesrepublik. Die Rechnung des Steuerzahlerbundes scheint nur auf den ersten Blick verwirrend. Beim näheren Betrachten wirkt die Warnung Däkes durchaus plausibel. So sei ein Doppelverdiener-Ehepaar mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von 4000 Euro und einem bisherigen Bruttokonsum von 1800 Euro im Monat ab nächstes mit knapp 46,55 Euro monatlich zusätzlich belastet. Bei einem Verdienst von 11 000 Euro und einem Konsum von 3300 Euro muss mit Mehrausgaben von 85 Euro im Monat gerechnet werden. Bei einem Alleinverdiener-Ehepaar mit 4000 Euro brutto im Monat, das für 1400 Euro Waren und Dienstleistungen konsumiert, summieren sich die Mehrausgaben auf 36 Euro monatlich. Ein Rentnerehepaar mit 1500 Euro im Monat, das davon 700 Euro zum Leben ausgibt, muss nach den Berechnungen des Steuerzahlerbundes 18 Euro mehr ausgeben. Auf Alleinerziehende mit dem gleichen Einkommen wie das Rentnerehepaar, aber mit geringeren Ausgaben für Konsum (550 Euro), kommt ein Plus von 14 Euro zu. Ledige mit einem Bruttoeinkommen von 2000 Euro, die im Monat 650 zum Leben ausgeben, müssen knapp 17 Euro ausgeben. Was macht das Leben ab 2007 teurer? Für viele dürfte sich die höhere Mehrwertsteuer auf Versicherungen deutlich im Geldbeutel bemerkbar machen. Wer bislang zum Beispiel 500 Euro im Jahr für seine Autohaftpflicht bezahlt muss ab nächstem Jahr 512,93 Euro bezahlen. Auch der Spritpreis wird steigen. Angenommen man fährt im Jahr 20 000 Kilometer, verbraucht dafür 1600 Liter Super (beim Durchschnittspreis von 1,22 Euro), dann sind statt wie bislang 1952 Euro für Sprit 2002,48 Euro pro Jahr fällig. "Mit der Mehrwertsteuererhöhung wird sich die wirtschaftliche Lage der Bürger weiter verschlechtern", warnt Steuerzahlerpräsident Däke.