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Weniger Pleiten im ersten Halbjahr

Weniger Pleiten im ersten Halbjahr

Bundesweit sind im ersten Halbjahr dieses Jahres die Insolvenzen zurückgegangen. Sowohl bei den Unternehmenspleiten als auch bei den Privaten gibt es weniger finanzielle Schieflagen als noch vor einem Jahr. Und die Region Trier schneidet in diesem Zeitraum ebenso gut ab, liegt voll im Trend.

Trier. Die Insolvenzzahlen im Unternehmensbereich sinken bundesweit moderat. Im ersten Halbjahr waren bundesweit 12 100 Unternehmenspleiten zu verzeichnen.
Dies bedeutet im Vergleich zum ersten Halbjahr 2013 einen Rückgang von 9,1 Prozent. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ist bundesweit ebenfalls weiter rückläufig (-4,4 Prozent). Insgesamt waren in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 43 800 Privatinsolvenzen zu vermelden - im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 45 810.
Seit 2011 sinkt weiterhin die absolute Zahl der privaten Pleiten. Waren es im Jahr 2011 noch rund 100 000 deutsche Verbraucher, die in die Insolvenz gingen, sind es aktuell noch knapp 90 000 (Stand Dezember 2013).
"Die Insolvenzentwicklung in der Region Trier läuft parallel zum Bundestrend", sagt Herbert Eberhard, Geschäftsführer Creditreform Trier.
Im Bereich der Unternehmensinsolvenzen waren in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in der Region Trier 76 eröffnete Verfahren oder Ablehnungen mangels Masse zu vermelden. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2013 mit 78 Verfahren bedeutet dies aktuell einen Rückgang von 2,56 Prozent. Dabei ist in allen Branchenbereichen - Dienstleistung, Handel, Bau und verarbeitendes Gewerbe - ein Rückgang festzustellen.
Große Pleiten


Dementgegen ist die Anzahl betroffener Arbeitsplätze (+27,79 Prozent) sowie das betroffene Umsatzvolumen (+39,14 Prozent) deutlich gestiegen. Dies liegt vor allem an einigen großen Pleiten.
Gerade im Eifelkreis Bitburg-Prüm mussten mit den Unternehmen BRG Kanaltechnik GmbH (6,1 Millionen Euro und 55 Mitarbeiter), BRG Baudienstleistung und Recycling GmbH (5,4 Millionen Euro und 45 Mitarbeiter) auch das 1993 gegründete Unternehmen Weiland Bau GmbH (34,8 Millionen Euro und 226 Mitarbeiter) den Weg in die Insolvenz gehen. Weiter musste die WKV Direktvertriebsservice GmbH (6,4 Millionen und 118 Mitarbeiter) mit Sitz in Wiesbaum beim Amtsgericht in Wittlich Insolvenzantrag stellen.
Unterschiedliche Entwicklung


In den Kreisen Bitburg-Prüm (-12,50 Prozent), Vulkaneifel (-72,73 Prozent) und Bernkastel-Wittlich (-25 Prozent) gingen im Gegensatz zu der Stadt Trier (+14,29 Prozent) und dem Landkreis Trier-Saarburg (+64,29 Prozent) die Insolvenzen zurück.
Die Insolvenzen ehemals Selbstständiger sind aktuell im Halbjahresvergleich von 18 auf 22 Verfahren, damit um 22,22 Prozent, gestiegen.
Weniger Privatinsolvenzen


Bei den Privatinsolvenzen in der Region Trier ist aktuell ein Rückgang von 15,61 Prozent zu vermelden. So waren in den ersten sechs Monaten des Vorjahres 269 Verbraucherinsolvenzen veröffentlicht worden. In diesem Jahr waren es immerhin bereits 227 Verfahren, und noch sind nicht alle Bekanntmachungen veröffentlicht.
Nach Kreisen betrachtet ist die kreisfreie Stadt Trier erstmals wieder seit 2012 negativer Spitzenreiter der Region. Die meisten privaten Pleiten mit 69 (Vorjahreszeitraum ebenfalls 69) Verfahren waren in 2014 bislang hier zu vermelden.
Den deutlichsten prozentualen Rückgang gab es im Kreis Bitburg-Prüm mit -45,00 Prozent, gefolgt von Trier-Saarburg (-33,71 Prozent), dem Vulkaneifelkreis (-9,09 Prozent), der kreisfreien Stadt Trier (+/-0) und dem Kreis Bernkastel-Wittlich (+16,33 Prozent).
"Die definitiven Zahlen werden sich sicherlich noch leicht verändern, da aktuell noch nicht alle Eröffnungen oder Ablehnungen der Insolvenzeröffnung mangels Masse veröffentlicht sind", sagt Herbert Eberhard. Am Gesamttrend für die Region Trier werde sich aber sicher nur wenig ändern.