Wenn der Kindheitstraum wahr wird

Wenn der Kindheitstraum wahr wird

Laura Klering hat es geschafft: Seit Ende Mai ist die 20-Jährige nicht nur fertig ausgebildete Kosmetikerin. Sie wurde auch von ihrem Lehrbetrieb, der Augenbrauen-Ambulanz in Trier, übernommen. In der TV-Serie "Ausbildung im Fokus" erzählt sie von ihren vergangenen drei Jahren.

Trier. Für Laura Klering war früh klar: Ihr Traumberuf ist Kosmetikerin. Schon als kleines Mädchen erprobte sie die Kunst des Schminkens, ihre ältere Schwester Anna und ihre Zwillingsschwester Lisa standen ihr Modell. Und das bis heute: Bei ihrer Abschlussprüfung durfte Laura Klering an Anna zeigen, was sie gelernt hat - und das war weit mehr als Schminken. Ihre Kenntnisse reichen etwa vom Beratungsgespräch über die Hautdiagnose, Gesichts- und Rückenmassage, Maniküre samt Nageldesign und Fußpflege.
Die Praxis erlernt hat Laura Klering in der Augenbrauen-Ambulanz von Marietta Huß-Becker in Trier.Ausbildungsstellen sind rar


Der Weg dahin war nicht einfach - schon allein, weil es nicht viele Ausbildungsstellen gibt. Die Möglichkeit, eine duale Ausbildung zur Kosmetikerin zu machen, existiert erst seit 2002. Daneben gibt es etwa noch die Ausbildung an Berufsfachschulen sowie Privatschulen, bei denen die Ausbildung meist bezahlt werden muss. Schließlich gehört Kosmetik zumindest als Teilbereich oder Wahlqualifikation ebenfalls zur Frisör-Ausbildung.Ausbildung im Fokus


Laura Klering aber wollte den Weg der dualen Ausbildung zur Kosmetikerin gehen. Dafür war sie auch bereit, nach dem Realschulabschluss aus ihrer Heimatgemeinde Briedern bei Cochem (Landkreis Cochem-Zell) wegzuziehen. Bei ihrer ersten Ausbildungsstelle fühlte sie sich allerdings nicht wohl.
Über eine Berufsschulfreundin erfuhr sie, dass die Augenbrauen-Ambulanz einen Platz zu vergeben hat. So kamen Laura Klering und Marietta Huß-Becker zusammen.
Offensichtlich stimmte die Chemie, denn die Chefin hat ihre Auszubildende übernommen und will sie sogar zu ihrer Stellvertreterin aufbauen.
Feingefühl, Geduld und Freude am Umgang mit Menschen sollte man mitbringen, wenn man sich für den Beruf interessiert, sagt Laura Klering. "Als Kosmetikerin lernt man nie aus", fügt sie hinzu. Vor kurzem hat sie einen Visagistenkurs belegt, und auch künftig wird sie sich fortbilden
Größte Herausforderung seien die Augenbrauen gewesen, meint Klering mit Blick auf ihre Lehrzeit. Zumal sich ihre Chefin auf diesen Bereich spezialisiert hat und darauf entsprechenden Wert legt. "Das muss man schon ein Jahr lang trainieren", erklärt Huß-Becker.
Von ihrer neuen Vollzeitkraft ist sie rundum begeistert: "Sie ist ehrgeizig, verantwortungsbewusst und wissbegierig: Sie will in dem Beruf weiterkommen. Ich bin sehr stolz auf sie", sagt sie über die 20-Jährige, die im Mai von der Handwerkskammer Trier zum Lehrling des Monats gekürt wurde.
Auch Laura Klering fühlt sich bei ihrer Chefin sehr gut aufgehoben: "Sie kümmert sich sehr um uns, ermöglicht uns, zu Seminaren zu gehen, erklärt viel und gibt uns Tipps. Auch fürs private Leben."
Extra

Kosmetiker beraten Kunden in Schönheits- und Gesundheitsfragen und nehmen sich Zeit für eine genaue Untersuchung des Hautbildes. Sie reinigen die Haut und entscheiden über die Art der kosmetischen Maßnahmen, darunter Dampfbad, Peeling, Entfernung von Pickeln und Mitessern, Gesichtsmassage, Auftragen einer Maske oder einer Packung. Störende Körperbehaarung entfernen sie mit Wachsstreifen, Epiliergeräten oder dauerhaft mit Hilfe von Lasergeräten. In der Hand- und Fußpflege behandeln beziehungsweise pflegen sie Haut und Nagelhaut, formen die Nägel und gestalten diese. In der Ganzkörperkosmetik wenden sie Güsse, Bäder mit speziellen Wirkstoffen, Ganzkörpermassagen oder Lymphdrainage an. Auch tragen Kosmetiker typgerechtes Make-up auf. Mitunter bieten sie als Alternative zum Schminken Permanent-Make-up an. Daneben verkaufen sie kosmetische Produkte oder Parfümerieartikel. (Quelle: www.berufenet.arbeitsagentur.de ) Die Ausbildung dauert drei Jahre. Die Vergütung beträgt laut Handwerkskammer Trier im ersten Lehrjahr 320 Euro, im zweiten 430 Euro und im dritten 500 Euro. Gesetzlich ist kein Schulabschluss erforderlich, die Anforderungen der Betriebe können vom ordentlichen Hauptschulabschluss über Mittlere Reife bis zum Abitur reichen. Im Bezirk der Handwerkskammer Trier gibt es elf Ausbildungsbetriebe, davon fünf in der Stadt Trier, je einen in den Landkreisen Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich und Bitburg-Prüm sowie drei im Landkreis Daun. Für 2013 gibt es noch drei freie Ausbildungsstellen. arn Mehr Infos auf hwk-trier-de