1. Region
  2. Wirtschaft

Wenn Hobby und Beruf sich ideal ergänzen

Wenn Hobby und Beruf sich ideal ergänzen

Die Handwerkskammer Trier stellt heute einen jungen Mann vor, der in der Kammer seine Ausbildung zum Informatikkaufmann macht. Doch Danny Engels ist vielen Jugendlichen aus einem anderen Grund ein Begriff: Er ist weltweit einer der schnellsten Rennfahrer am Computer.

Trier. Als Danny Engels mit 20 Jahren seine Ausbildung als Informatikkaufmann in der Handwerkskammer (HWK) Trier begann, zählte er bereits zu den erfolgreichsten Rennfahrern im elektronischen Sport (eSport). Dass diese Tatsache dem Deutschen Meister und Vizeweltmeister im Rennfahren auf dem Computerbildschirm die Berufswahl erleichterte, liegt auf der Hand. Von allen Informatikberufen gefiel ihm der des Kaufmanns am besten. Diesen Ausbildungsberuf stellte Danny auch beim Schüler- und Elterntag in der Handwerkskammer vor. Bei der Berufsinformationsbörse stand er interessierten Jugendlichen Rede und Antwort. Wer wollte, konnte in der Loebstraße 18 auch gleich gegen ihn antreten, um sich mit dem "Herrn der Rennen" ein virtuelles Autorennen zu liefern.Ausbildung jetzt!

"Als Informatikkaufmann ist die Arbeit vielfältig", so Danny. "Hier kann ich von allem etwas machen: Kaufmännisches und Projektplanung ebenso wie Programmierung, Anwendungstools und Einsatz neuer IT-Systeme. Vor allem gefällt es mir, dass ich täglich mit vielen Kollegen zu tun habe." Da traf es sich gut, dass die Handwerkskammer Trier im Sommer 2010 einen Lehrling in genau diesem Berufsfeld suchte. Gang durch alle Abteilungen

Danny Engels nutzte die Chance und bewarb sich. Im Eignungstest konnte er seine Konkurrenten ausstechen und zeigen, dass er der richtige Kandidat für den Ausbildungsplatz war. Der Beruf macht ihm Spaß: "Dabei wird es mir nie langweilig. Laufend kommen Anfragen von Kollegen, die meine Hilfe brauchen." Für viele Fälle habe er bereits Lösungen parat. Vom simplen Programm update bis zur kaputten Hardware - Danny wird am Ende seiner Ausbildung all diese Probleme beheben können.Im zweiten Lehrjahr hat er gerade damit begonnen, die Abteilungen der Handwerkskammer zu durchlaufen. Hier wird ihm immer wieder klar, wie wichtig sein Beruf ist. Durch die Arbeit mit verschiedenen Programmen und Dokumenten lernt er, Arbeitsabläufe im Haus effizienter zu gestalten. Was er am liebsten sofort ändern würde: "Die Akten könnten digitalisiert werden. Das würde beim Arbeiten viel Zeit sparen", erklärt Danny. Da dies aber sehr viel Zeit kosten würde, bleiben viele Akten zunächst noch in Schränken verstaut. Viele Gewinne abgeräumt

Was ihm an seiner Arbeit in der Kammer noch gut gefällt: Die Tätigkeit lässt sich gut mit dem eSport vereinen. Kollegen und Vorgesetzte zeigen Interesse an der Profikarriere des 21-Jährigen. So kann er für Turniere oder Ligaspiele jederzeit Urlaub nehmen. Diese Tatsache kommt auch seinem Team, SK Gaming, zugute. Das "Real Madrid des eSports" haben 1997 drei Brüder aus Oberhausen zusammen mit Freunden gegründet. Heute ist das Team eine offene Handelsgesellschaft (oHG) mit Firmensitz in Köln. Dort können die mehr als 30 Spieler aus aller Welt, welche bei SK Gaming unter Vertrag stehen, trainieren.Unterstützt wird Danny auch von seiner Familie. Zunächst war sie skeptisch. Doch schon bald erkannte sie, dass eine Profikarriere im eSport genauso reizvoll und gewinnbringend sein kann wie zum Beispiel im Fußball. Dies zeigten auch die vielen Gewinne, die Danny mit nach Hause brachte. Mit 16 Jahren gewann er einen BMW M6, welcher ihm von Formel-1-Fahrer Nick Heidfeld überreicht wurde. Bei der Intel Racing Tour 2009 ergatterte er VIP-Karten für den Formel-1-Grand-Prix in Valencia. Daneben brachte er immer wieder Fernseher, Computer, Geld und vieles mehr von seinen Turnieren mit nach Hause. Allerdings verbringt Danny Engels seine Zeit nicht nur vor Spielekonsolen, sondern auch gerne in der Eishockeyhalle mit dem EV Bitburg. Auch außerhalb der Spielewelt interessiert er sich für Motorsport.Um sich aber besser auf seine Ausbildung zum Informatikkaufmann konzentrieren zu können, will er vorerst nicht an Turnieren teilnehmen. Seinem Team bleibt er allerdings treu. Damit erhält er sich die Chance, jederzeit wieder voll motiviert zurückzukehren - um die großen Titel abzuräumen. redInformatikkaufleute analysieren die Problem- und Aufgabenstellungen, die innerhalb eines Unternehmens durch den Einsatz von informations- und telekommunikationstechnischen Systemen (IT-Systemen) gelöst werden sollen. Hierfür ermitteln sie den Bedarf an IT-Systemen, beschaffen die benötigte Hard- und Software und sorgen für deren Einführung im Unternehmen. Hierbei berücksichtigen sie Aspekte wie Personalplanung und Wirtschaftlichkeit und wirken auch an der Ausarbeitung von Verträgen mit. Sie beraten und unterstützen die einzelnen Fachabteilungen beim Einsatz von Anwendungssystemen und sind Ansprechpartner gegenüber Herstellern und Anbietern von Systemen der Informations- und Telekommunikationstechnik. Gibt es keine geeigneten Standardanwendungen auf dem Markt, beteiligen sie sich an Entwurf und Realisation individueller Lösungen. Anwendungssysteme implementieren, prüfen und verwalten sie. Zudem stellen sie die Nutzerfreundlichkeit sicher und beschaffen oder erstellen z.B. Schulungsunterlagen für die Anwender. Ausbildungsvergütungen: Im ersten Ausbildungsjahr verdienen die Azubis in diesem Beruf 660 bis 733 Euro. Die Vergütung steigt im zweiten Lehrjahr auf 718 bis 789 Euro und im dritten Ausbildungsjahr verdienen die angehenden Informatikkaufleute 788 bis 861 Euro. Ausbildungsdauer: 3 Jahre Ausbildungsbetriebe in der Region: 25 Voraussetzungen: Mittlere Reife, Abitur wird aber in der Regel von Betrieben erwartet sowie eine hohe Affinität zur EDV. red