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Wie die Braugruppe die Corona-Krise angeht

Getränke : Bitburger Braugruppe setzt Umstrukturierung um

Mitte dieses Jahres hatte die Bitburger Braugruppe angekündigt, mit einem Umstrukturierungsprogramm auf die Corona-Krise zu reagieren (der TV berichtete). In diesem Rahmen würde es auch einen Stellenabbau in einem zweistelligen Bereich geben, hieß es damals.

Nun kamen Gerüchte auf, dass bis zu 230 Stellen zur Disposition ständen.

Auf Anfrage des TV widerspricht das Unternehmen diesen Gerüchten vehement. Die Zahl sei deutlich geringer. Konkret: „Bereits im Juli dieses Jahres hat die Bitburger Braugruppe angesichts der weitreichenden und anhaltenden wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie angekündigt, im Rahmen einer Strategieveränderung und Organisationsanpassung ihre Kräfte in der Unternehmensgruppe zu bündeln, um so auf die künftig langfristig veränderten Marktbedingungen reagieren zu können“, teilte die Bitburger Braugruppe mit.

Das Unternehmen habe gemeinsam mit dem Gesamtbetriebsrat ein umfassendes und sozialverträgliches Altersteilzeit- und Freiwilligenprogramm aufgelegt. Im Rahmen dieser auf insgesamt drei Jahre angelegten Programme, zu denen beispielsweise auch die Nichtbesetzung frei gewordener Stellen gehöre, werde es in der Braugruppe bis Ende 2022 rund 130 Stellen weniger geben. „Wir konnten uns mit nahezu allen Mitarbeitern einvernehmlich über das angebotene Altersteilzeit- und Freiwilligenprogramm gütlich einigen“, betont Stephan Fahrig, der als Geschäftsführer Finanzen und Verwaltung auch für Personalfragen zuständig ist. „Eine solche sozialverträgliche Regelung“ sei für das Familienunternehmen sehr wichtig gewesen, so Fahrig.

Die Bitburger Braugruppe hatte im Oktober zudem den Verkauf der Wernesgrüner Brauerei an die deutsche Tochter des dänischen Braukonzerns Carlsberg angekündigt und mit der strategischen Neuausrichtung begründet. Das Kartellamt hat inzwischen dem Verkauf zum 1. Januar 2021 zugestimmt. Die rund 100 Wernesgrüner-Mitarbeiter haben mit Übernahme eine Beschäftigungsgarantie für ein Jahr. Vor der Umstrukturierung hatte die Bitburger Braugruppe 1700 Mitarbeiter an fünf Standorten, knapp 1100  am Stammsitz in Bitburg.