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Wie die Stadtwerke Trier ihren Energieverbrauch senken

Ausbildungsprojekte : Sparsame Lampen, effizienter Datenspeicher

Im letzten Teil der Serie zu erneuerbare Energien von KLASSE!-Partner Stadtwerke Trier geht es heute um effiziente Straßenleuchten, Parkhäuser und ein „grünes“ Rechenzentrum.

(red) Mehr als 120 Millionen Euro haben die Stadtwerke Trier – seit vielen Jahren Partner des Volksfreund-Schulprojekts KLASSE! - seit 2007 in den Ausbau der Erneuerbaren Energie in der Region investiert. In der heute endenden Serie stellt der Volksfreund auf den KLASSE!-Seiten unterschiedliche Projekte der Stadtwerke Trier vor, die alle ein Ziel verfolgen: Die Region Schritt für Schritt klimaschonend weiter zu entwickeln.

Parkhaus Ostallee ist energieneutral: Mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, einer effizienten LED-Beleuchtung im Gebäude und einer Speicherbatterie im Keller haben die Stadtwerke Trier (SWT) das Parkhaus Ostallee modernisiert und versorgen das Parkhaus seit 2020 mit vor Ort erzeugtem grünem Strom. Durch die Umrüstung auf LED-Lampen haben die SWT den Energiebedarf um rund 35.000 Kilowattstunden (kWh) auf 150.000 kWh pro Jahr reduziert.

Das Besondere: Den Einbau der neuen Technik haben die technischen Auszubildenden der SWT in Eigenregie übernommen. Konkret haben die angehenden Elektroniker für Betriebstechnik rund 300 Leuchtstoffröhren gegen LED-Lampen ausgetauscht. Um den benötigten Strom umweltschonend und vor Ort zu erzeugen, haben die SWT auf dem Dach des Parkhauses eine Photovoltaik-Anlage gebaut. Seit Ende Juni 2020 sind die 636 Module in Betrieb und produzieren pro Jahr rund 200.000 Kilowattstunden Strom. Produziert die Anlage einmal mehr Strom als zeitgleich benötigt wird, speichern die Stadtwerke diese Energie in einer Batterie und können sie bei Bedarf flexibel zur Verfügung stellen. Das Projekt hat Pilotcharakter und dient als Vorbild für andere SWT-Liegenschaften.

Bis 2026 erstrahlt ganz Trier in effizientem Licht: Mit der Übernahme der Straßenbeleuchtung im Jahr 2016 haben die Stadtwerke Trier (SWT) begonnen, die mehr als 12.000 Lampen auf energiesparende LED-Technik umzustellen. Damals waren rund 20 unterschiedliche Straßenleuchten-Typen im Einsatz. Diese wollen die Stadtwerke auf nur fünf unterschiedliche, sehr energieeffiziente LED-Leuchtentypen gemäß den Vorgaben des Lichtmasterplans der Stadt Trier reduzieren.

Die neuen Leuchten sind sparsam und individuell fernsteuerbar. Zum Beispiel können die SWT die Beleuchtungsintensität auf Basis von Verkehrszählungen anpassen. Im Vergleich zum Ausgangsjahr spart Trier heute schon mehr als 2,8 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr. Das entspricht einem Bedarf von rund 800 Musterhaushalten. Darüber hinaus nutzen die SWT die Masten der Leuchten mehrfach: beispielsweise für die Installation des öffentlichen WLAN in der Innenstadt, die Einrichtung neuer Ladepunkte für die Elektromobilität oder den Aufbau neuer Informationstechnologie.

Daten klimaneutral vor Ort speichern: Damit ihre Daten und die Daten der kommunalen Partner nicht in irgendeiner Cloud auf der anderen Seite der Welt, sondern sicher vor Ort liegen, haben die Stadtwerke Trier (SWT) ein eigenes Rechenzentrum gebaut. Damit setzen sie nicht nur einen hohen Sicherheitsstandard, sondern zeigen auch, wie klimaschonende Digitalisierung im Alltag funktioniert. Denn dieses Rechenzentrum betreiben die SWT klimaneutral.

Der Strom stammt aus den Klärgas-Blockheizkraftwerken des benachbarten Hauptklärwerks, PV-Anlagen auf Dächern sowie aus einem großen Solarpark in Föhren. Dank des natürlichen Kühlprinzips der Verdunstung arbeitet es zudem sehr effizient. Das ist eine grüne Technik, die sich Kälte zunutze macht, die bei der Verdunstung von Wasser entsteht.

 Mit einer Photovoltaik-Anlage, einer LED-Beleuchtung im Gebäude und einer Speicherbatterie im Keller haben die SWT das Parkhaus Ostallee modernisiert
Mit einer Photovoltaik-Anlage, einer LED-Beleuchtung im Gebäude und einer Speicherbatterie im Keller haben die SWT das Parkhaus Ostallee modernisiert Foto: TV/SWT
 Der Strom für das neue Rechenzentrum im Energiepark stammt aus den Blockheizkraftwerken des Hauptklärwerks, PV-Anlagen und einem Solarpark.
Der Strom für das neue Rechenzentrum im Energiepark stammt aus den Blockheizkraftwerken des Hauptklärwerks, PV-Anlagen und einem Solarpark. Foto: TV/SWT

Damit können die Stadtwerke das Rechenzentrum bis zu einer Außentemperatur von 30 Grad Celsius natürlich kühlen – ohne zusätzliche Energie einzusetzen. Das schont die Umwelt und sorgt für niedrige Betriebskosten.