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Wieder kein Geld für Tectro

Wieder kein Geld für Tectro

SAARBURG-BEURIG. (sw) Lange Gesichter bei den Mitarbeitern des Kunststoffunternehmens Tectro in Saarburg. Entgegen der Zusage der Geschäftsführung, bis Ende vergangener Woche die ausstehende Hälfte der September-Vergütung zu zahlen, sei dies bis gestern nicht geschehen, erklärte der Betriebsrats-Vorsitzende Horst Molitor gestern auf TV-Nachfrage. Da die Mitarbeiter bereits die Löhne und Gehälter für den Monat August mit fünf Wochen Verspätung sowie einen Teil der September-Vergütungen erst Mitte Oktober erhalten hatten, versucht der Betriebsrat derzeit, Druck auf die Geschäftsführung auszuüben.Mehrarbeit nicht genehmigt

Bereits für den zurückliegenden Samstag habe der Betriebsrat seine Zustimmung zur Mehrarbeit verweigert. Fließe die ausstehende Summe nicht bis Ende dieser Woche, sei die Mehrarbeit auch am kommenden Samstag mit einem Fragezeichen versehen. Gleichwohl betont Horst Molitor: "Wir versuchen, alles abzuwenden, was dem Unternehmen schaden könnte und wägen unsere Schritte ab. Aber viele unserer Mitarbeiter haben inzwischen ernsthafte finanzielle Probleme. Ihnen fehlt zum Teil das Geld zum Tanken, um an ihren Arbeitsplatz zu kommen." Geld fehle allerdings nicht allein für die Lohn- und Gehaltszahlungen: "Neben diesem Punkt ist das Wichtigste in der derzeitigen Situation, dass der neue Tectro-Eigentümer Cor Jacobs endlich die von ihm zugesagten zwei Millionen Euro in das Unternehmen einbringt. Dabei ist diese Summe eine Anschubfinanzierung, damit es überhaupt weitergeht. Reichen wird das bei weitem nicht." Bis gestern sei nach Auskunft Molitors kein Geld in die Firma geflossen. Nach wie vor tauche der Name Cor Jacobs nicht im Handelsregister auf. Große Kunden wie Knorr, Europas größter Bremsenhersteller, befürchteten Band-Stillstände, weil Tectro Schwierigkeiten mit der Produktion habe.