Wieder Limonade aus Gerolstein

Wieder Limonade aus Gerolstein

Gerolsteiner wagt sich erneut ins Geschäft mit Limonaden. Hintergrund: Das Unternehmen hat zuletzt weniger abgesetzt. Der Markt für die sprudelnden Fruchtgetränke wächst dagegen in Deutschland. Ob Kinder die neue Limo mögen, spielt laut Unternehmenschef Dahm keine Rolle.

Gerolstein. Deutschland, Land der Softdrinks: Seit Jahren steigt der Verbrauch von alkoholfreien Erfrischungsgetränken. Jeder Verbraucher trank im Jahr 2010 durchschnittlich 118 Liter jährlich davon, ob nun Energydrinks, Wasser mit Geschmack oder eben Limo oder Cola.
"Dieser Trend hat sich auch im vergangenen Jahr kontinuierlich fortgesetzt, gerade bei Limo", sagt Kati Weide, Referentin bei der Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke, einem Lobbyverband der Branche in Berlin. Ein Trend, von dem auch der Mineralwasserhersteller Gerolsteiner Brunnen profitieren will. Der Markt für Limonade wachse noch stärker als der Gesamtmarkt, heißt es in Gerolstein unter Berufung auf Marktforscher.
Fokus bleibt auf Mineralwasser


Das Rezept: Eine sprudelnde Limonade in den zwei Geschmacksrichtungen Orange und Zitrone soll nun den Geschmack der Kunden treffen, mit Zutaten wie natürlichen Aromen, Vitamin C und dem Farbstoff Beta-Carotin. Der Fruchtgehalt beträgt laut Axel Dahm, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Gerolsteiner zehn Prozent. Hinzu kommt Rohrzucker. Das gebe "eine feine Süßung".
Gerolsteiner hält es also wie andere Unternehmen, die dem Erfolg von Bionade und Co nacheifern. Wobei Dahm betont: Das Kerngeschäft bleibe der Verkauf von Mineralwasser. Wachstum im Limo-Segment käme den Eifelern allerdings gelegen.
Seit 2008 sind der Absatz - die verkaufte Menge in Litern - und der Nettoumsatz des Unternehmens mit Mineralwasser und Erfrischungsgetränken rückläufig; erst 2010 stabilisierte sich der Erlös bei 184 Millionen Euro. Zahlen für 2011 will Gerolsteiner im Februar vorlegen; zuletzt hieß es vergangenen Sommer, sie lägen auf Vorjahresniveau.
Nun sollen die Limonaden das Geschäft beleben und ab Februar dieses Jahres zunächst in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Berlin und im Saarland vermarktet werden. Richtig beworben werden die Produkte ab Juni, rechtzeitig zum Sommeranfang.
Die Zwölferkiste mit Mehrwegflaschen soll laut Hersteller etwa neun Euro kosten; ein Zwölfergebinde mit Halbliter-Plastikflaschen im Getränkefachhandel ebenfalls. Die 0,5-Liter-Einwegflasche aus Kunststoff soll im Supermarkt für 75 Eurocent zu haben sein. Für Gaststätten bietet Gerolsteiner 0,25-Liter-Glasflaschen an.
Den Kunden schmeckten die beiden Limos, berichtet Unternehmenschef Dahm nach Blindtests. Zielgruppe seien aufgrund des herberen Geschmacks eher Erwachsene als Kinder. Der Erfolg im Startjahr hängt allerdings auch noch von einem weiteren Faktor ab: ob das Wetter mitspielt. Denn im vergangenen Jahr jubelten Getränkehersteller in den ersten sechs Monaten 2011 schon über steigende Absatzzahlen. Dann folgte der verregnete Juli. oht
Extra

Der Gerolsteiner Brunnen hat 2010 einen Nettowaren-Umsatz von 184 Millionen Euro erzielt. Insgesamt wurden 5,9 Millionen Hektoliter abgesetzt, davon 240 000 Hektoliter im Ausland. Gerolsteiner beschäftigt etwa 740 Mitarbeiter und 44 Azubis. hw

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