"Winterarbeitslosigkeit ist männlich"

"Winterarbeitslosigkeit ist männlich"

12 644 Menschen sind in der Region Trier im Januar arbeitslos. Damit steigt die Arbeitslosenquote von 3,9 auf 4,5 Prozent. Die Agentur für Arbeit Trier kommentiert den Anstieg: Der langerwartete Winter ist über die Region hergefallen.

Trier. Der milde Dezember mit einer Arbeitslosenquote von unter vier Prozent war auch in der Region Trier eine Ausnahme. Im Januar mit Schnee und Frost sind die Zahlen deutlich angestiegen. So sind zu Anfang des Jahres in der Region 1795 Menschen mehr ohne Job als noch vor gut vier Wochen. Der Chef der Arbeitsagentur Trier, Heribert Wilhelmi, hat mit dem saisonalen Einbruch gerechnet: "Der Arbeitsmarkt in der Region Trier ist sehr stark von der saisonalen Entwicklung abhängig. Gerade im Baugewerbe gibt es auf grund der Witterung deutlich weniger Arbeit als in den Sommermonaten. Ebenso betroffen sind die Gastronomie und der Einzelhandel."
Ein Blick auf die Zahlen bestätigt die Einschätzung von Wilhelmi: Im letzten Monat haben 403 Menschen aus der Baubranche ihren Job verloren, hinzu kommen 386 aus der Gastronomie. Ein starker Zuwachs ist auch aus der Zeitarbeitsbranche mit 329 zusätzlichen Menschen zu verzeichnen. Zudem trifft die Entwicklung im Januar vor allem Männer. Sie machen fast 70 Prozent der 1800 Betroffenen aus.
"Die Winterarbeitslosigkeit ist männlich", sagt deshalb auch Heribert Wilhelmi. Der Stellenmarkt zeigt sich jedoch vom Winter noch relativ unbeeindruckt. Im letzten Monat wurden 894 Stellenangebote gemeldet. Das sei nur ein Minus von zehn Stellen zum Dezember, jedoch ein Plus von 132 Stellen im Vergleich zum Januar des letzten Jahres. So sind insgesamt noch über 3000 freie Stellen bei der Arbeitsagentur gemeldet.

Auch mehr Junge arbeitslos


Für Heribert Wilhelmi ein deutliches Zeichen des anhaltenden Fachkräftebedarfs: "Die Region bietet weiterhin gute Beschäftigungsmöglichkeiten. Es werden durch die Arbeitgeber jedoch vor allem qualifizierte Fachkräfte gesucht." Mit Blick auf die einzelnen Gruppen zeigen sich verschiedene Aspekte. Von den insgesamt 12 000 Arbeitslosen sind gut 7000 Männer und 5400 Frauen betroffen. Ebenfalls im Januar üblich sei der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den unter 25-Jährigen mit einem Plus von 189. Der Grund hierfür sind die dreieinhalbjährigen Ausbildungsgänge, welche die jun gen Leute zu Beginn eines Jahres abschließen. Sie stehen dem Arbeitsmarkt nun als Fachkräfte zur Verfügung.
Extra

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Januar um 268 000 auf 3,032 Millionen gestiegen. Das sind 104 000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg damit um 0,6 Punkte auf sieben Prozent. In Rheinland-Pfalz sind 123 800 Frauen und Männer im Land im Januar ohne Job — gut 13 500 mehr als vor vier Wochen. Der Anstieg fiel allerdings erneut weniger stark aus als im Vorjahresmonat, wie die Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland berichtete. Im Januar 2014 waren im Land 1400 Arbeitslose mehr gezählt worden, ein Plus von 1,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote stieg von 5,1 Prozent im Dezember auf 5,7 Prozent im Januar. Vor einem Jahr hatte sie bei 5,9 Prozent gelegen. dpa

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