"Wir brauchen höhere Milchpreise"

KRUFT/THALFANG. (hw) Den deutschen Milchproduzenten steht eine harte Verhandlungsrunde ins Haus. Schaffen es die deutschen Molkereien nicht, beim Handel höhere Preise durchzusetzen, wird dies das Ende für viele Milchbauern sein, sagte der Hauptgeschäftsführer der Hochwald-Gruppe Karl-Heinz Engel dem TV .

Steigende Kosten für Energie, Verpackungsmaterial, Transport und Löhnen seien nicht mehr aufzufangen, so Engel im Gespräch mit dem Volksfreund . "Entweder wir schaffen es, dass der Handel höhere Preise zahlt oder aber wir müssten diese Mehrkosten an die Bauern weitergeben. Das ist aus unsere Sicht unmöglich." Es gehe nicht darum, mehr Geld für die Milch zu bekommen, sondern diese Kosten dürften nicht auch noch auf dem Rücken der Bauern landen. Während dieser Verhandlungspoker auf die gesamte Milchbranche zukommt, sieht der Hochwald-Chef die eigenen Gruppe gut aufgestellt. Die Bilanz für 2002 und 2003 könne sich angesichts eines schwierigen Marktumfeldes sehen lassen. Entsprechend harmonisch sei die Vertreterversammlung in Kruft (Kreis Mayen-Koblenz) verlaufen. "Ich bin froh, dass die Mitglieder mit der Neuregelung der Geschäftsguthaben einer Kapitalerhöhung fast zu einhundert Prozent zugestimmt haben", sagte Engel im Anschluss an die Tagung.Die Hochwald-Gruppe hat den Umsatz im Milchsektor 2002 - durch Fusion und organisches Wachstum - mit 568,6 Millionen Euro fast exakt auf Vorjahreshöhe gehalten, während die gesamte deutsche Milchindustrie Umsatzrückgänge von bis zu zehn Prozent hinnehmen musste. Das Milchaufkommen der Unternehmensgruppe lag bei rund einer Milliarde Kilogramm. Die Umsatzerlöse gingen insgesamt um 1,2 Prozent auf 617,6 Millionen Euro (Vorjahr: 625,4 Millionen Euro) zurück. Der Export habe bei schwierigen Rahmenbedingungen und einer ungünstigen Euro-Dollar-Relation mit 164,8 Millionen Euro (Vorjahr: 205,1 Millionen Euro) einen Anteil von 26,7 Prozent am Gesamtumsatz. Beim Milchauszahlungspreis lag die Hochwaldgruppe wieder in der bundesdeutschen Spitze: Während in Deutschland der durchschnittliche Netto-Preis für Standardmilch (3,7 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß) um etwa 8,3 Prozent zurückging, reduzierte sich dieser bei Hochwald nur um 4,1 Prozent und lag bei 33,08 Cent je Liter Milch. Zufrieden ist man in Thalfang auch mit den jüngsten Zukäufen: Vom weltgrößten Nahrungsmittelkonzern Nestlé wurden die absatzstarken Marken "Lünebest" (Lüneburg) sowie "Bärenmarke" und "Glücksklee" und wuchs damit um 350 auf rund 1400 Mitarbeiter. Die verarbeitete Milchmenge steigt damit um rund 300 000 auf 1,4 Milliarden Kilo.Auch bei den Vorstands-Wahlen gab es keine Überraschungen: Die aus dem Vorstand der Erbeskopf Eifelperle Genossenschaft turnusmäßig ausgeschiedenen Servatius Bürger aus Holsthum, Klaus Fontaine aus Saarwellingen-Reisbach und Kurt Hastrich aus Kaden wurden einstimmig wiedergewählt.

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