Wirtschaft in der Region fordert vehement den A1-Lückenschluss

Wirtschaft in der Region fordert vehement den A1-Lückenschluss

Der A-1-Lückenschluss ist für die Wirtschaft in der Großregion eine der dringlichsten verkehrspolitischen Aufgaben. Dies haben die Industrie- und Handelskammern (IHK) Aachen, Koblenz und Trier in Daun gefordert. Doch zwischen Wunsch und Wirklichkeit stehen noch jede Menge Hürden.

An Ge- und Entschlossenheit lassen es Wirtschaft, Verbände und Kammern in Sachen A-1-Lückenschluss beim dritten Forum nicht fehlen. Unter dem Thema Lückenschluss statt Sackgasse hatten die drei IHK gemeinsam mit der Zukunftsinitiative Eifel und der Initiative Region Trier (IRT) eingeladen. Das Ziel der Veranstaltung war klar: trommeln für einen zeitnahen Ausbau der Autobahn 1 zwischen Blankenheim in Nordrhein-Westfalen und Kelberg in Rheinland-Pfalz (Vulkaneifelkreis). Keine konkreten Aussagen
Ziemlich genau 25 Kilometer fehlen noch an der insgesamt 732 Kilometer langen A 1, damit Verkehrsteilnehmer ohne Abfahrt von Heiligenhafen an der Ostsee bis nach Saarbrücken (siehe Extra) durchfahren können. Doch diese Lücke hat es in sich, wie das Forum in der Kreisstadt Daun zeigte.
Die Veranstalter hatten drei Staatssekretäre als Gäste eingeladen, die die interessierten Zuhörer über die neueste Entwicklung informieren sollten. Aber weit gefehlt - wie Günter Rosenke, Landrat im Kreis Euskirchen und Zukunftsinitiative Eifel, bei der anschließenden Podiumsdiskussion feststellte: "Mit den Neuigkeiten, die ich hier erfahre, kann man draußen bei den Bürgern keinen Blumentopf gewinnen."
Doch zum Anfang: Peter Adrian, Präsident der IHK-Arbeitsgemeinschaften Rheinland-Pfalz und der IHK-Trier, hatte in seiner Begrüßung eindringlich für einen schnellen Ausbau geworben. "Die Wirtschaft in der Region steht geschlossen hinter dem Projekt", sagte der IHK-Chef, und Manfred Bitter sprach für die IRT von einem regionalen Schulterschluss unter allen Beteiligten.
Doch - das zeigten die weiteren Beiträge und die Diskussion - auf einen raschen Ausbau der drei Teilstücke zwischen Blankenheim und Lommersdorf, zwischen Lommersdorf und Adenau sowie der Verlängerung von Adenau nach Kelberg brauchen sich die Befürworter nicht einzustellen. Selbst die größten Optimisten gehen nicht von einem Lückenschluss vor 2020 aus. Jürgen Häfner, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Infrastrukturministerium, erklärte zwar, dass der naturschutzfachliche Planungsauftrag abgeschlossen sei. Nun stehe aber noch die Abstimmung der rot-grünen Koalitionspartner an. Auf die Nachfrage, wann das sei, wich der Staatssekretär aus: zeitnah, in absehbarer Zeit, demnächst.Bereich bestens untersuchtZumindest ist Häfner aber sicher: "Es gibt kaum Bereiche, die besser überprüft sind. Es gab 66 naturfachliche Untersuchungen." Auch jenseits der Landesgrenze bastelt eine rot-grüne Landesregierung am Lückenschluss.Der nordrhein-wesfälische Staatssekretär Gunter Adler erklärte, dass für den sechs Kilometer langen Abschnitt zwischen Blankenheim und Lommersdorf nun ein Planfeststellungsverfahren eingereicht sei. Doch für das zweite Stück von Lommersdorf nach Adenau seien noch Untersuchungen notwendig.
Unter anderem werde überprüft, welche Auswirkungen es auf Bundes- und Landesstraßen hätte, würde die Fahrbahn nicht gebaut (die sogenannte Null-Variante). Laut Adler würde die ausgebaute Autobahn die B 51 um 30 Prozent Verkehrsaufkommen entlasten und die B 258 um 50 Prozent.
In Berlin scheint das Verkehrsministerium darauf zu warten, dass die Länder ihre Planungsarbeiten erledigen. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Andreas Scheuer (CSU), jedenfalls versprach Unterstützung für das Projekt. "Natürlich sind die Länder wie auch der Bund bei den Finanzen Spitz auf Knopf genäht." Doch Scheuer baut darauf, dass, wie in diesem Jahr, das Ministerium zusätzliche Mittel erhält. "In diesem Jahr gab es eine Milliarde Euro extra - allein 132 Millionen Euro für NRW", sagte der Bayer seinem nordrhein-westfälischen Kollegen.
Firmen sind enttäuscht
Keine guten Noten für die Politik gab es von Spediteur Paul Berners. Das Unternehmen aus der Nähe von Euskirchen zahle den fehlenden Lückenschluss mit höheren Treibstoffkosten und Zeitaufwand. "Würde ein Unternehmen handeln und rechnen wie die Politik, wäre es lange pleite." Neben den vielen Befürwortern für einen schnellen Lückenschluss gab es allerdings auch bei diesem Forum Kritik von einigen Gästen, die einen Weiterbau der A 1 ablehnen. Extra A 1

Diskutieren im Podium (von links): Andreas Scheuer, Parlamentarischer Staatssekretär, (verdeckt Jürgen Häfner), Ekhart Maatz (Ministerialdirigent NRW-Verkehrsministerium), Moderator Gernot Ludwig, MdB Detlef Seif (CDU), Spediteur Paul Berners und Landrat Günter Rosenke. Foto: Heribert Waschbüsch

Die Bundesautobahn 1 (A 1) führt von der Ostseeküste bis ins Saarland. Von den 732 Kilometern zwischen Heiligenhafen und Saarbrücken sind über 700 Kilometer ausgebaut. In der Eifel aber fehlen noch 25 Kilometer Ausbau, zwischen Blankenheim in NRW und Kelberg in Rheinland-Pfalz.Pläne zum Ausbau gibt es seit 40 Jahren. 2003 kam das Teilstück dann komplett in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrwegeplans. Derzeit laufen in Rheinland-Pfalz und NRW Untersuchungen, ob die geplante Trasse unter ökologischen Gesichtspunkten vertretbar ist.Zweifel gibt es bei den Grünen: Fraktionschef Daniel Köbler sagte dem TV in Mainz: "Wir haben Zweifel, dass die ausgesuchte Streckenvariante gerichtsfest ist." Derweil dringt die SPD auf eine rasche Entscheidung, wie Landtagsabgeordnete Astrid Schmitt aus Daun dem TV am Freitag versicherte.red/fcg

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