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Wirtschaft in der Region, Industriereport der IHK

Regionale Wirtschaft : Große Dynamik in der Industrie

In der Region dominieren kleine und mittlere Betriebe die Wirtschaft. Und dennoch spielt die Industrie dabei eine ganz wichtige Rolle, wie der nun veröffentlichte Industriereport der IHK zeigt.

Die 325 Industriebetriebe in der Region Trier geben 37 500 Menschen Arbeit. Sie erwirtschaften einen Umsatz von rund zehn Milliarden Euro. Für die Industrie- und Handelskammer Trier (IHK) ist deshalb die Stimmung bei den Unternehmen immer ein wichtiger Indikator für die Lage in der Region. Und die ist gut. „Die Unternehmen bewerten die Geschäftslage mit fast 60 Prozent positiv, das ist extrem gut; ebenso die Umsatzentwicklung und die Kapazitätsauslastung (beide fast 60 Prozent)“, zieht Matthias ­Schmitt, Geschäftsführer Standortpolitik und Unternehmensförderung, eine Zwischenbilanz zur aktuell laufenden IHK-Konjunkturumfrage. Einen Spitzenwert meldeten die Firmen bei den Auftragseingängen in den vergangenen drei Monaten: Bei fast 46 Prozent der Unternehmen sind die Aufträge gestiegen.

Die gute Lage erklärt sich durch einige Sonderheiten in der regionalen Industrielandschaft, die der IHK-Report beschreibt. Seit 2006 ist die Zahl der Betriebe von 290 auf 325 angestiegen. Diese beschäftigen heute rund 37 500 Mitarbeiter, 2006 waren es 32 400. Der Umsatz der Unternehmen ist in diesem Zeitraum von 7,5 Milliarden Euro auf zehn Milliarden gestiegen. Damit zeigt die Region eine größere Dynamik als die Gesamtindustrie im Land. Insgesamt hinkt die Indus­trie aber anderen Regionen in Rheinland-Pfalz hinterher.

Eine Besonderheit ist die hohe Konzentration von Verbrauchsgüterproduzenten: 50 Prozent der Umsätze werden von dieser Gruppe erwirtschaftet. Hierzu gehören Bier- und Mineralwasserproduzenten, die Tabakindustrie oder die beiden Molkereien. „Des Weiteren werden Tiefkühlprodukte sowie Back- und Fleischwaren produziert. Eine besondere Relevanz kommt den an der Mosel beheimateten Weinkellereien und der Sektindustrie zu“, erklärt Matthias Schmitt. Der Vorteil bei dieser Industriegruppe sei, dass diese Unternehmen wenig krisenanfällig seien. Interessant ist auch der Blick auf die Beschäftigungszahl in den einzelnen Kreisen (siehe Grafik). Die mit Abstand meisten Industriebeschäftigten gibt es im Landkreis Bernkastel-Wittlich, gefolgt vom Eifelkreis Bitburg-Prüm. Insgesamt sind rund 22 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Region in der heimischen Industrie angestellt.

Für die Kammer ist bei der großen Bedeutung der Industrie wichtig, wo die Firmen der Schuh drückt. „Die Aussagen in der Konjunktur­umfrage sind sehr eindeutig: Fast 78 Prozent der Unternehmen sehen das größte Risiko im Fachkräftemangel“, sagt IHK-Experte Matthias Schmitt. Erst auf den weiteren Plätzen folgen mit deutlichem Abstand Sorgen um steigende Arbeitskosten (44 Prozent), Energie- und Rohstoffpreise, Inlandsnachfrage (33,3) oder die weltpolitischen Rahmenbedingungen (30,6).

Bei den zentralen Forderungen der IHK steht deshalb die Fachkräftesicherung – mit Aus- und Weiterbildung – unter den Topthemen, ebenso wie der Breitbandausbau, um die Digitalisierung ausbauen zu können, Forschung und Entwicklung zu fördern oder der Ausbau der Infrastruktur. In diesem Bereich fordert die Kammer in ihrem Report weitere Investitionen: Die Realisierung der Westumfahrung Triers verspräche neue Impulse für die Industrie. Für Matthias Schmitt sind solche Maßnahmen von zentraler Bedeutung für die gesamte Wirtschaft: „Wir werden sehen, wie sehr die ganze Region durch den A-1-Lückenschluss profitieren wird.“