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Wirtschaftkammern legen Positionspapier vor - Sparen erste Pflicht

Wirtschaftkammern legen Positionspapier vor - Sparen erste Pflicht

Vor sieben Jahren legten die Handwerkskammer (HWK) und die Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier ihr erstes gemeinsames Positionspapier vor. Nun bieten sie mit ihrer zweiten Reformagenda wieder Diskussionsstoff.

Trier. Unternehmen stärken, Kommunen demografiefest machen, Infrastrukturen modernisieren und das regionale Entwicklungskonzept wirtschaftlich vorantreiben: Unter diesen Maximen wollen HWK und IHK die lokale Wirtschaft auf die Zukunft vorbereiten. In einem gemeinsamen Positionspapier "Region Trier 2020 - wirtschaftlich fit für das neue Jahrzehnt", fordern sie die Erneuerung der Infrastruktur, die kommunale Haushaltskonsolidierung und die Reform der Verwaltungsstrukturen. Angesichts der klammen Haushalte erwarten HWK und IHK einen strikten Sparwillen. Dass man sich damit nicht unbedingt bei der Politik beliebt macht, haben die Kammer-Verantwortlichen eingeplant. "Wenn man einen Teich trockenlegen möchte, sollte man die Frösche nicht fragen", sagt HWK-Hauptgeschäftsführer Manfred Bitter bei der Vorstellung der gemeinsamen Kammer-Strategie. Mehr Markt, weniger Staat und eine Konzentration auf ihre hoheitlichen Aufgaben fordern darin die Kammern (siehe Bericht Seite 1). IHK-Präsident Peter Adrian plädiert: "Wir müssen die demografische Entwicklung beachten. Im Schulentwicklungsplan müssen wir alte Zöpfe abschneiden und, wenn nötig, auch Standorte schließen." Antikenfestspiele, Brot und Spiele oder auch der Wohnungsbestand der Stadt Trier - es müsse hinterfragt werden, ob dies "hoheitliche Aufgaben einer Stadt" seien. IHK-Hauptgeschäftsführer Arne Rössel fordert zudem, "administrative Hürden im grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehr abzubauen".

Mit "zwölf Geboten" (HWK-Präsident Rudi Müller) soll die Wirtschaft in den kommenden zehn Jahren fit gemacht werden und die Region einen weiteren Aufschwung erfahren. Auf der Agenda stehen:

Die demografische Entwicklung muss als Entscheidungsparameter der Regionalplanung und kommunaler Planungen zugrunde liegen.

Erarbeitung konkreter Masterpläne zur umgehenden Haushaltskonsolidierung der Kommunen und Kreise.

A-1-Lückenschluss sowie Schaffung von Planrecht und Bau der Nord- und Westumfahrung Triers.

Entwicklung ganzheitlicher Servicepakete durch Kommunen für unternehmerische "Schlüsselkunden".

Nutzung moderner Qualitätsmanagementsysteme in den Kommunalverwaltungen.

Konzentration kommunaler Aktivitäten auf hoheitliche Kernaufgaben und Bereitstellung öffentlicher Güter.

Gewerbeflächenangebot konsequent am Bedarf der Unternehmen ausrichten.

Sicherstellung funktionsfähiger Schulgebäude mit angemessener Ausstattung.

Umsetzung einer arbeitsteiligen, regional abgestimmten Zusammenarbeit zur Gewährleistung eines erfolgreichen, überregionalen Standort- und Tourismusmarketings.

Umsetzung einer innenstadtorientierten Einzelhandelsansiedlungspolitik und Erarbeitung eines regionalen Einzelhandelskonzepts.

Konsequenter Abbau administrativer Hemmnisse im grenzüberschreitenden Geschäftsverkehr der Großregion.

Wirtschaftsorientierte Prioritätensetzung und straffe Umsetzung des regionalen Entwicklungskonzepts.