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Regionale Wirtschaft
Wo sind die Fachkräfte für die Region?

Der Arbeitsmarkt in der Region Trier
Der Arbeitsmarkt in der Region Trier FOTO: TV-INFOGRAFIK/ QUELLE: AGENTUR FÜR ARBEIT / TV
Trier . Der regionale Arbeitsmarkt hat sich 2017 von seiner positiven Seite gezeigt: Niedrige Arbeitslosen- und hohe Beschäftigungszahlen. Doch die Wirtschaft sucht händeringend Personal. Von Heribert Waschbüsch
Heribert Waschbüsch

Die Losung der Arbeitsagentur Trier für 2018 ist klar: Fachleute müssen her. Dafür nimmt die Arbeitsagentur auch die regionale Wirtschaft in die Pflicht, wie der Chef der Arbeitsagentur Trier, Heribert Wilhelmi, bei der Jahrespressekonferenz 2017 betont. „Es gibt bereits viele Unternehmen, die sich innovativ um neue Mitarbeiter bemühen und sich als attraktive Arbeitgeber präsentieren. Doch leider ist das noch nicht flächendeckend der Fall“, resümiert Wilhelmi. Mit fast 173 000 Menschen sind so viele wie nie zuvor in der Region beschäftigt. Die Arbeitslosenzahl lag in der Region im Durchschnitt bei 10 567 Menschen, und insgesamt boten die heimischen Betriebe 16 018 neue Stellen an.

„2016 war die Beschäftigung in der Region Trier bereits rekordverdächtig hoch. Umso bemerkenswerter ist daher der erneute Anstieg im Jahr 2017“, erklärt Dirk Hannowsky, Geschäftsführer bei der Arbeitsagentur. Trotz dieses Zuwachses an Beschäftigten scheint der Bedarf nach Arbeitskräften bei den Unternehmen noch immer nicht gedeckt zu sein. „Das erkennen wir daran, dass die Zahl der bei uns gemeldeten offenen Arbeitsstellen ebenfalls gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist“, so Hannowsky.

Die Fachkräftesuche als eine Hauptaufgabe für Arbeitsagentur und die Wirtschaft – in diesem Fall müssten die Firmen auch Menschen mit Nachteilen und Handicaps eine Chance geben. „Auf Grund der Situation auf dem regionalen Arbeitsmarkt ist es unsere Hauptaufgabe, möglichst viele Personen, die gewisse Handicaps bei der Arbeitsplatzsuche mitbringen, fit zu machen, um die offenen Arbeitsstellen zu besetzen.“

Daher lägen auf dem Abbau und der Prävention von Langzeitarbeitslosigkeit, der Steigerung der Erwerbsbeteiligung von schwerbehinderten Menschen und auf der weiteren Integration von geflüchteten Personen die Hauptaugenmerke der Agentur im Jahr 2018. Wilhelmi: „Arbeitgeber müssen sich darauf einstellen, dass gesuchte Fachkräfte nicht mehr ohne weiteres auf dem Arbeitsmarkt vorhanden sind. Mein Appell lautet also, sich auf alternative Besetzungsstrategien einzulassen und sich von unserem Arbeitgeber-Service beraten zu lassen, wie offene Stellen am besten besetzt werden könnten. Oftmals gibt es beispielsweise die Möglichkeit, ungelernte Arbeitslose mit Unterstützung der Arbeitsagentur zu Fachkräften weiterzubilden.“

2017 ist in seiner Entwicklung vor allem in zwei Punkten außergewöhnlich. Zum einen zeigt sich die Tendenz, dass viele Arbeitgeber Azubis nach der Ausbildung schnell einstellen.

Ganz ungewöhnlich war der November: Mit einer Arbeitslosenquote von 3,2 Prozent gab es den besten Wert im ganzen Jahr. Der Durchschnitt lag bei 3,7 Prozent.

 Bei dieser guten Ausgangslage ist Heribert Wilhelmi denn auch nicht vor 2018 bange: „Experten erwarten für das laufende Jahr weiterhin eine gute konjunkturelle  Entwicklung. Wir rechnen deshalb  für die Region mit einer ähnlich guten Entwicklung wie 2017.“

Heribert Wilhelmi (rechts) und Dirk Hannowsky stellen die Arbeitsmarktbilanz 2017 vor. TV-Foto: Heribert Waschbüsch
Heribert Wilhelmi (rechts) und Dirk Hannowsky stellen die Arbeitsmarktbilanz 2017 vor. TV-Foto: Heribert Waschbüsch FOTO: Heribert Waschbüsch / TV