Zurück auf "Los"

Als in der vergangenen Woche die Handwerkskammer Trier den langjährigen Hauptgeschäftsführer der HWK Koblenz, Karl-Jürgen Wilbert, als neuen kommissarischen Hauptgeschäftsführer für Trier ankündigte, sorgte sie damit für eine Überraschung. Doch nach den Turbulenzen will der 67-jährige Koblenzer der HWK nur noch als Berater zur Seite stehen.

Trier. Die Handwerkskammer in Trier kommt nicht zur Ruhe. Nach den jüngsten Ungereimtheiten um die Prüfungszertifikate von 70 Gebäude-Energieberatern hat sich der angekündigte "kommissarische Hauptgeschäftsführer" von dieser Position verabschiedet. Die Fachzeitschrift "Das Deutsche Handwerksblatt" (DHB) berichtet in ihrer kommenden Ausgabe, dass Karl-Jürgen Wilbert der Handwerkskammer Trier "künftig als Berater zur Verfügunge stehen wird".

Die Handwerkskammer Koblenz bestätigte auf TV-Anfrage diese Entwicklung. Von der Kammer Trier gab es trotz Anfrage keine Stellungnahme. Erst vor wenigen Tagen hatte die HWK Trier den langjährigen Koblenzer HWK-Hauptgeschäftsführer als "kommissarischen Hauptgeschäftsführer" angekündigt. Doch daraus wird nun nichts: "32 Jahre als Hauptgeschäftsführer reichen. Aber vor allem kann ich in der Ungebundenheit als freier Berater am effektivsten für Trier etwas bewegen", zitiert das Fachblatt den 67-Jährigen.

Damit leiten wohl HWK-Geschäftsführer Günter Behr und Justiziar Gerhard Müller kommissarisch die Geschäfte der Kammer weiter. Nach dem Skandal im Umweltzentrum sind der Hauptgeschäftsführer Hans-Hermann Kocks und sein Stellvertreter Josef Adams beurlaubt und sollen nach dem Beschluss des Vorstandes auch nicht in die Kammer zurückkehren. Handwerkspräsident Rudi Müller hatte Ende Oktober verkündet: "Wir können uns nicht vorstellen, dass der Hauptgeschäftsführer und sein Stellvertreter an die Kammer zurückkehren werden." Damals wollte die HWK möglichst schnell eine Interimslösung finden und sogar deutschlandweit nach einem "kommissarischen Hauptgeschäftsführer" suchen. Die Absage Wilberts macht die Situation für die Handwerkskammer Trier auf keinen Fall einfacher. Für Handwerkspräsident Rudi Müller heißt es wohl wie beim Monopoly: Gehe zurück auf "Los".

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