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Wittlich: Einkaufszentrum als Reizthema

Wittlich: Einkaufszentrum als Reizthema

Bei der Einwohnerversammlung in Wittlich mit über 100 Interessierten war das geplante Einkaufszentrum Schloss Galerie zwischen Post und Busbahnhof ein zentrales Thema. Architekt Joachim Boche stellte die Planungen vor. Er nannte als Ankermieter über jeweils zwei Etagen C&A sowie Müller Drogerie. Daneben sollen die kleineren Ladenlokale mit einem Branchenmix besetzt werden.

Leo Kappes, Wirtschaftförderung der Stadtverwaltung erklärte, davon seien die meisten bereits vergeben, nur noch drei, vier kleinere Einheiten seien noch frei. Bürgermeister Ralf Bußmer betonte den einstimmigen Stadtratsbeschluss zum Projekt und die damit verknüpften Hoffnungen, am Standort Kaufkraft zu binden, wovon auch die Innenstadt profitieren solle. Außerdem verwies der Stadtchef darauf, dass der Versuch, in der Innenstadt größere Ladenflächen zu ermöglichen, an den Eigentümern gescheitert sei.

Seitens der Bürger wurden Bedenken laut, das Einkaufszentrum könne zu weiteren Leerständen führen. Es gebe keine Studie, die belege, dass Wittlich eine zusätzliche Verkaufsfläche von bis zu 6000 Quadratmetern verkrafte. Außerdem interessierte, ob die Nutzung des Parkdecks mit rund 130 Stellplätzen kostenfrei bleiben könne, damit den Einkaufszentrumskunden auch einem anschließender Besuch der Innenstadt nichts im Wege stehe.

Dazu hieß es, es gebe noch keine abschließende Regelung, man müsse aber davon ausgehen, dass nach einer gewissen Gratis-Phase Gebühren vom Betreiber erhoben würden. Zu den Irritationen des wegen des Bebaunngsplans-Entwurf, der aus Sicht mancher Bürger korrekturbedürftig ist und eine weitaus größere Bebauung theoretisch möglich mache, hieß es, bevor er Rechtskraft erlange, würden vom Stadtrat noch die Textfestsetzungen konkretisiert. das Misstrauen sei nicht angebracht. In den bisherigen Verträgen sei bereits alles festgeschrieben.

Weiterhin waren die Überreste etwa von Burg Ottenstein Thema, die beim Bauen zu Tage kommen könnten. Dazu gebe es Absprachen mit den Behörden, dieselben freizulegen und zu dokumentieren, hieß es. Es gab auch positive Kommentare zum Projekt. Conny Becker erklärte für den Stadtmarketingverein, man sei nach heftigen Diskussionen in der Mehrheit zu der Einschätzung gekommen, die Ansiedlung zu befürworten. Sie bringe Handel und damit Kunden in die Stadt statt auf die Grüne Wiese. Ein weiterer Bürger erinnerte daran, dass vor 35 Jahren die Ansiedlung eines Kaufhauses am Wiederstand der Einzelhändler gescheitert sei und man sei später zur Erkenntnis gelangt, man dürfe diesen Fehler nicht wiederholen. Daraus müsse man lernen.