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Manderscheid
50 Jahre Lebensbaumkirche

Viee Menschen haben sich mit  Spendenaktion für eine neue Glocke eingesetzt.
Viee Menschen haben sich mit Spendenaktion für eine neue Glocke eingesetzt. FOTO: TV / Pfarrei
Manderscheid. Die Pfarrei Manderscheid feiert am 12. August das Jubiläum ihres Gotteshauses mit einem feierlichen Hochamt und Glockenweihe ab 14.30 Uhr.   Am 4. August wird die neue Glocke gegossen.

(ks) Die einfache Hallenkirche von 1720/1836 erlitt durch einen Bombeneinschlag gegen Ende des Krieges starke Schäden, die auch die Statik des Gotteshauses betrafen. „Das war aber nicht der einzige Grund für den Neubau im Jahr 1967/68“, wie sich der Manderscheider Klaus Metzgeroth heute noch erinnert. „Die Pfarrkirche in Manderscheid war für die vielen Besucher damals zu klein geworden. Pfarrer Anton Didas musste an jedem Wochenende drei Messen zelebrieren, um allen Einheimischen und vor allem Kurgästen den Kirchbesuch zu ermöglichen.“

Die Pfarrei Manderscheid wird urkundlich erstmals im Jahre 1330 erwähnt. Ende des 17. Jahrhunderts wurde eine neue Kirche gebaut, die am 16. August 1692 geweiht wurde. Kirchenpatron ist der Heilige Hubertus. Bereits wenige Jahre später wurde diese Kirche beim Dorfbrand im Jahre 1718 ein Opfer der Flammen. Der damalige Landesherr Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg beauftragte daraufhin seinen Hofbaumeister Philipp Joseph Honorius von Ravensteyn den Wiederaufbau der kleinen Stadt samt Kirche zu planen. Der alte Turm von 1692, weil er aus Stein war, blieb bis heute erhalten.

Anlässlich der Jubiläumsfeier findet auch die Weihe der noch fehlenden vierten Glocke statt. Die Vorarbeiten in der Glockengießerei in Brockscheid sind soweit fortgeschritten, dass sie am 4. August um 11 Uhr gegossen werden kann.

Die Manderscheider Lebensbaumkirche begeistert durch ihre einmalige Konstruktion. Aus dem Taufbecken, das sich in der Krypta unterhalb des Altarraumes befindet, wächst ein Lebensbaum in Form einer Säule, strebt zur Decke, durchbricht diese und trägt mit seiner Krone den Altar in der Oberkirche. Der Altar steht im Schnittpunkt sich kreuzender Raumteile. Der Lebensbaum als architektonisches Element ist hier in der Kirche erstmalig verwendet worden. Gestaltet wurde er vom Kölner Künstler Toni Zens.