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Hetzerath
Mit Feuer und Herz für Hetzerath

Impressionen 950 Jahre Hetzerath: Claudia Kaul und Kutscher Norbert Theis zogen mit ihrer Postkutsche durch die Straßen.
Impressionen 950 Jahre Hetzerath: Claudia Kaul und Kutscher Norbert Theis zogen mit ihrer Postkutsche durch die Straßen. FOTO: Klaus Kimmling
Hetzerath. Mit viel Engagement und auf hohem Niveau haben die Bewohner ihr 950. Dorfbestehen gefeiert.

Mit Postkutsche, Feuerartisten, dem großen Zapfenstreich und einer Festmeile, die den Ort von früher bis heute zeigt, haben die Hetzerather ihr 950-jähriges Bestehen gefeiert. Los ging es mit einem Abend, den die kulturtreibenden Vereine unter dem Motto „Mit Feuer und Flamme für Hetzerath“ gestaltet haben. Der Musikverein spielte unter der Leitung von Dietmar Heidweiler die Feuerwerksmusik von Georg-Friedrich Händel. „Sie haben sich an dieses anspruchsvolle, klassische Stück herangewagt und es mit Bravour gemeistert“, sagte Walter Feltes, der durch den Abend führte. Eröffnet haben die Artisten vom „Theatro Artistico“ aus Frankfurt den Abend mit einer Feuershow. Mit brennenden Fackeln haben sie auf der Bühne elegante Hebefiguren und ästhetische Schrittfolgen gezeigt.

Dann übernahm der Chor „Klang-Art“, mit Manfred Huberty als Chorleiter. Mit dem Stück „Ring of Fire“ haben sie den roten Faden des Abends aufgenommen. Das Mandolinenorchester spielte „Walpurgisnacht“, das auf die Geschichte der Hexenprozesse im Ort hinwies, und mit „Smoke on the water“ kamen rockige Einwürfe dazu. Marco Reh und Norbert Kraff waren hier die Dirigenten. Eine Gruppe Schlagzeuger aus Hetzerath zeigte schließlich was man mit einer Leiter rhythmisch alles machen kann.

Die Jugendgarde der Hetzerather Carnevalsgesellschaft tanzte schließlich zum Gesang des Gospelchors und „Be like my Fire“ von der Gruppe Take That. Bevor es zum großen Zapfenstreich kam, gesellten sich die Gäste aus Uganda zum Gospelchor und sangen mit ihnen gemeinsam. Jetzt hielt es das Publikum nicht mehr auf den Stühlen. Die 500 Besucher in der vollbesetzten Halle zeigten sich von dem fast vierstündigen Programm begeistert.

Den Zapfenstreich gestalteten der Musikverein Hetzerath, der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Sehlem und die Freiwillige Feuerwehr Hetzerath.

Am Sonntag war dann die Hauptstraße gesperrt und man konnte gemütlich von einem Stand zum anderen schlendern. Einzig die Postkutsche, die von zwei Pferden gezogen wurde, und ein „Hetzerath Express“, ähnlich dem Trierer Römer Express, fuhren durch die Straßen. Im „goldenen Ecken“, einer Seitenstraße, waren historische Handwerke zu sehen. Eine Gruppe Frauen spann Garn und an einem weiteren Stand wurden Bleisatz und Buchdruck gezeigt. Dort konnten die Besucher selbst ihre Namen in Urkunden eindrucken. Viele Familien mit Kindern interessierten sich hierfür. Martina Philipsen-Dorendorf erklärte: „Man kann hier Holzschriften sehen und Bleibuchstaben,  mit denen man früher die Zeitung gedruckt hat.“ Dekorationsartikel, beispielsweise Öl-Lampen aus Beton, Stäbe für den Garten aus großen bunten Kristallen und Schiefer sowie hölzerne Sterne, Kerzen und Näharbeiten konnten die Besucher bestaunen.

Große Augen machte auch mancher bei den ausgestellten Oldtimern. Was Hetzerath jetzt und in Zukunft zu bieten hat, das zeigten Hetzerather Betriebe und Dienstleister auf der Festmeile in der Hauptstraße oder in ihren Betrieben wie beispielsweise der Engelshof. Dort konnte man sich informieren, an Verlosungen teilnehmen und selbst Hand anlegen. Für Kinder gab es Kinderschminken, eine Hüpfburg, und Freiwillige konnten beim Feuerlöschen helfen.

 Das Bürgerhaus stand ganz im Zeichen von internationalen Spezialitäten. Es gab unter anderem Samosa, das sind Teigtaschen aus Kenia, Bigos, ein polnisches Nationalgericht mit Sauerkraut und Pflaumen und vietnamesische Frühlingsrollen. Auf zwei Bühnen unterhielten Bands und Musikvereine die Besucher, bei denen das Fest gut ankam. Ralf Jung meinte: „Es ist ein tolles Fest, bei dem man viel ausprobieren kann, und das sehr lebendig ist.“ Dirk Marmann war ebenfalls begeistert: „Hier haben die Hetzerather richtig was auf die Beine gestellt. Bei der vielen Arbeit, die darin steckt, ist es schade, dass das Fest nur einen Tag lang gefeiert wird.“

Im gesamten Dorf gab es zudem großformatige alte Fotos zu bestaunen, die Personen beispielsweise bei landwirtschaftlichen Arbeiten  zeigten. Sie symbolisierten, dass die Hetzerather trotz aller Zukunftsorientiertheit ihre historischen Wurzeln nicht vergessen.

Reges Interesse herrscht am Stand (Foto unten links), wo Bleisatz und Buchdruck demonstriert werden. Die Gäste aus Uganda (Bild unten rechts) haben beim Konzertabend der Hetzerather Vereine ebenfalls mitgemacht.
Reges Interesse herrscht am Stand (Foto unten links), wo Bleisatz und Buchdruck demonstriert werden. Die Gäste aus Uganda (Bild unten rechts) haben beim Konzertabend der Hetzerather Vereine ebenfalls mitgemacht. FOTO: Klaus Kimmling
Die Gäste aus Uganda haben beim Konzertabend der Hetzerather Vereine ebenfalls mitgemacht.
Die Gäste aus Uganda haben beim Konzertabend der Hetzerather Vereine ebenfalls mitgemacht. FOTO: Christina Bents