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Afa Wittlich: Bindehautentzündung löst Alarm aus (Update)

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Wittlich. 14 Menschen, die in der Flüchtlingsunterkunft in Wittlich leben, sind an einer Bindehautentzündung erkrankt. Zu ihrer Behandlung waren am Donnerstagabend Rettungswagen alarmiert worden. Keiner der Betroffenen musste stationär behandelt werden. Petra Willems

Update 1. April 2016, 21:52 Uhr

14 Menschen, die derzeit in der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) in der Wittlicher Schlossstraße untergebracht sind, sind an einer infektiösen Bindehautentzündung erkrankt. Das teilte die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier auf TV-Anfrage mit. Zur Behandlung der Erkrankten seien am Donnerstag gegen 18 Uhr vorsorglich Rettungskräfte alarmiert worden, weil zunächst nicht klar gewesen sei, um welche Art der Erkrankung es sich handele. Keiner der Betroffenen musste stationär behandelt werden.

"Viele der Erkrankten sind Kinder", sagte ADD-Sprecherin Eveline Dziendziol am Freitag dem TV. Die Eltern der Kinder seien über Dolmetscher über die Behandlung informiert worden, so Eveline Dziendziol. Die Räume der AfA seien direkt umfassend desinfiziert worden, Desinfektionsmittel sei zusätzlich verteilt worden.

Am Freitag lief der Betrieb in der AfA weitgehend ohne Komplikationen. Lediglich die Spielstube der Einrichtung sei nach der Desinfektion vorsichtshalber geschlossen gewesen. Vertreter von Stadt und dem Gesundheitsamt des Kreises waren am Donnerstag ebenfalls vor Ort.

In der AfA in Wittlich, die eine Nebenstelle der AfA Trier ist, leben derzeit rund 450 Menschen. Ausgelegt ist sie für bis zu 1500 Flüchtlinge. Da es bei der Inbetriebnahme der Einrichtug im vergangenen Herbst jedoch Probleme mit der Wasserversorgung und dem Brandschutz gab, wurden zunächst weniger Menschen dort untergebracht. Meinung

Ruhe bewahren!

Von Petra Willems

Alle Menschen können krank werden. Alte Menschen, junge Menschen, Frauen, Männer, Kinder. Asiaten, Europäer, Amerikaner. Italiener, Deutsche, Syrer oder Afghanen. Krankheiten kennen keinen Unterschied zwischen Herkunft, Alter, Geschlecht oder Hautfarbe. Viele Menschen leider schon. Sonst würden sie nicht in Panik verfallen, wenn mehr als ein Rettungswagen vor einer Flüchtlingsunterkunft steht.

Sicherlich verbreiten sich Viren schneller, wenn verhältnismäßig viele Menschen auf engem Raum zusammen sind. Das kennt man allerdings nicht nur aus Flüchtlingsunterkünften, sondern zum Beispiel auch aus Kindergärten, Altenheimen oder Krankenhäusern.

Es gibt also keinen Grund, in Panik zu verfallen und den Ausbruch einer totbringenden Seuche herbeizuschreien, wenn Asylsuchende krank werden. Wie so oft würde es auch in diesem Fall helfen, erst einmal Ruhe zu bewahren. Denn auch Flüchtlinge sind in aller erster Linie einfach nur Menschen. p.willems@volksfreund.de

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